Dienstag, Mai 22

Eine Sache ist uns bei der Zusammenarbeit mit erstklassigen agilen Teams aufgefallen: deren Vertrauen. Diese glauben und vertrauen in die individuellen und kollektiven Fähigkeiten eines Jeden. Dieses Vertrauen wirkt sich auf das Produktmanagement und auf die Wertsteigerung aus – und das durchgehend!

Hierbei handelt es sich um einen Gastbeitrag von Ellen Gottesdiener und Mary Gorman. Den Originalartikel können sie hier nachlesen.

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Ellen Gottesdiener ist Pionierin auf dem Gebiet von kollaborativen Praktiken im Bereich Produktentwicklung und spezialisiert sich dabei auf die Vereinbarkeit von Agilität, Anforderungen und Produktmanagement. Dabei bietet sie geeignete Führung, Techniken und Training für Produkt- & Entwicklungsteams, um diese zu begeistern und einzuladen, wertvolle Produkte und glückliche Teams zu kreieren. Ellen ist Autor, Speaker und Trainer mit starkem Fokus, Agile Product-Ownership voranzutreiben. Ellen ist CPO & Gründerin von EBG Consulting, einem Unternehmen, das Organisationen bei der Entwicklung verstärkt und die Auslieferung beschleunigt. Zusammen mit Mary Gorman ist sie Co-Autorin von Discover to Deliver: Agile Product Planning and Analysis und zwei weiteren hoch gelobten Büchern über Zusammenarbeit & Software-Anforderungen.

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Mary Gorman, eine Führungskraft im Bereich Business Analysis und Anforderungen, ist Vice-President of Quality & Delivery bei EBG Consulting. Mary coacht Produkt-Teams, veranstaltet Entwicklungs-Workshops und trainiert Stakeholder im Bereich von kollaborativen Praktiken, die essenziell dabei sind, hochwertige Produkte zu definieren.
Sie spricht und schreibt für mehrere agile, Business Analysis und Projektmanagement Gesellschaften. Zusammen mit Ellen Gottesdiener ist die Co-Autorin von Discover to Deliver: Agile Product Planning and Analysis. Sie bietet Expertise für viele Themengebiete. Dazu gehören Agile Alliance, PMI® und IIBA®, um praktische Guidelines zu entwerfen und weiterzuentwickeln und bietet tiefgründiges Wissen in den Bereichen Agile Anforderungen und Business Analysis.

Durch Lisa Crispin’s Blog wurden wir dazu inspiriert, unsere eigene Liste an Methoden zur Stärkung des Vertrauens bei agilen Teams zu erstellen und zu coachen. Wir hoffen, dass sie ihnen und ihrem Team dabei helfen können, tolle neue Produkte zu entwerfen und zu liefern.

Vertrauens-Boost

1. Sei objektiv. Vertrauen ist nicht gleichzusetzen mit Kompetenz. Schätzen sie die eigenen Fähigkeiten ehrlich ein, unabhängig der Fachrichtung – sei es agiles Produktmanagement, agile Business-Analyse, Prüfung oder Entwicklung. Um durchgehend kompetent zu wirken, müssen Sie objektiv die eigenen Fähigkeiten einschätzen können und überlegen, wo Verbesserungspotential besteht.

2. Sei dabei / schaue zu. Während Sie aktiv in im Team zusammenarbeiten, und dabei agile Anforderungen entdecken, planen und in retrospektiven Sitzungen ausprobieren, beobachten sie ihr Umfeld – Was sie tun und sagen, welche Wirkung andere auf euch und ihr selbst auf andere habt. Passt euch an.

3. Sei konkret. Stellt klar, wer an Entscheidungen beteiligt ist und definiert, bis wann und wie diese Entscheidungen zu Stande kommen. Trefft Entscheidungen explizit und transparent.

4. Sei neugierig. Beteiligt euch in Online-Foren, lest Online-Journals und Blogs (wie diesen hier!), eröffnet euer eigenes Lean-Café oder eine Mittagsrunde zum gemeinsamen Austausch. Ihr müsst Trends erkennen können.

5. Sei vorbereitet. Baut euch ein Tool-Kit aus Fähigkeiten auf, das euch beim Aufbau agiler Methoden unterstützt. Einige Beispiele: Evaluiert Produktentwicklungs-Sessions und Methoden, die bisher funktioniert haben und baut darauf eure zukünftige Arbeit auf; habt immer ein „Starter-Kit“, um direkt loslegen zu können; habt immer Szenarios für Stories oder Features in der Hinterhand; benutzt Vorlagen für simple Tests.

6. Sei ein „Kumpeltyp“. Teilt eure Erfahrungen und lernt voneinander auf funktionaler, aber auch auf cross-funktionaler Ebene und mit dem agilen Produktmanagement (d.h. Produktmanager, agiler Product-Owner, Product Champion oder Business Owner). Zum Beispiel teilen wir oft Methoden, die wir selbst benutzen, um agile Teams zu coachen. Das funktioniert besonders gut beim Austausch von Entwicklungsanforderungen und Tests mit Lisa Crispin und Janet Gregory; Entdeckung neuer Produkte mit Jeff Patton; Techniken zur Verbesserungen von Backlogs mit Jeff Sutherland.

7. Sei ein unterstützender Schüler. Teilt Skill-Levels und Lernziele; entwerft Möglichkeiten, um gegenseitig voneinander zu lernen und zu wachsen. Kreiert euren eigenen „Learning Canvas“ und teilt diesen unter euren Kollegen.

8. Probiere neues aus. Tauscht Rollen, um von einander zu lernen und Dinge zu in den Vordergrund zu stellen. Ein Entwickler kann einem Nutzer beim Arbeiten zuhören und beobachten; ein Produktentwickler kann User-Interviews begleiten; ein Analyst kann bei Abnahmeprüfungen helfen.

9.Sei Co-Creator. Bring das Team dazu, sich für die Erarbeitung von Personas, Szenarien, Beispielen, Tests und Skizzen für Analysen zu engagieren. Verschiedene Perspektiven bereichern den Entwicklungsprozess und fördern das Vertrauen im gemeinsamen Projekt.

Es ist ansteckend!

Zu Vertrauen gehört eine Art Aufbau und die Verbreitung. Das können wir bestätigen, denn wir haben es selbst erlebt. Zum Beispiel fand Mary heraus, dass sie Klienten gut beraten kann, ihnen helfen kann, das eigene Selbstvertrauen und die eigene Kompetenz zu verbessern, nachdem sie selbst mehr Vertrauen im Programmieren und Analysieren erlangte. Zur gleichen Zeit, zu der Ellen die ersten Verbesserungen ihrer Vermittlungskompetenzen verzeichnen konnte, fand sie Mentoren, die ihr selbst halfen – vor allem bei komplexen Situationen, wie Anforderungs-Sessions für größere Produkte mit vielen Verbindungen, Teams mit hohem Konfliktpotential oder Brüchen zwischen Produkt- und Ingenieurs-Gruppen. Dadurch war es ihr möglich, allen Beteiligten mit Leichtigkeit und Vertrauen schnell zu funktionierender Zusammenarbeit zu verhelfen.

So funktioniert Vertrauen: Je mehr Selbstvertrauen du erlangst, desto eher kannst du anderen helfen, was wiederum das Vertrauen in dich stärkt. Vertrauen ist ansteckend – im positiven Sinn!

Genauso, wie einzelne Personen Selbstvertrauen haben, gibt es „Team-Vertrauen“ bei Teams. Dazu gehört eine gewisse gegenseitige Abhängigkeit. Für sie ist es okay, voneinander abhängig – und verantwortlich – zu sein. Wenn das Vertrauen in den Einzelnen steigt, steigt auch das Vertrauen in das Team.

Das Ganze verhält sich wie ein Kreislauf – selbstbewusste Teams steigern das Vertrauen eines jeden Teammitglieds. Ganz nach dem Motto: „What goes around, comes around“!

About Author

Neben einem abgeschlossenem Bachelor-Studium der BWL mit Schwerpunkt Innovationsmanagement konnte Christoph Kornstädt bereits umfassende Praxiserfahrungen im Bereich Business Development Marketing, PR und Web-Development in mehreren Unternehmen im In- & Ausland sammeln. Dieses Know-how setzt er nun bei Safari ein und unterstützt die Teams im Bereich Business Model Innovation und Content Marketing. Sein Masterstudium in International Business Studies schloß er mit einer sehr erfolgreichen Masterarbeit über die Übertragung von agilem Management auf Organisationsstrukturen ab.

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