Donnerstag, November 26

So gestalten und leiten wir wirkungsvolle Workshops

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Lesezeit: 5 Minuten

So gestalten und leiten wir wirkungsvolle Workshops – Und diese Rolle spielt dabei jeder Einzelne

In Anlehnung an einen Podcast von Myriam Hadnes

 

Achtung! Schlagzeile – Mitarbeiter berichten von einem sehr gelungenen Workshop: „Ich hatte heute richtig Spaß bei der Arbeit mit den anderen. Wir haben uns durch einen stetigen und konstruktiven Austausch sehr zielgerichtet vorwärtsbewegt. Es war ersichtlich, dass sich etwas entwickelt. Jeder wurde gehört, jeder konnte sich einbringen und hat mitgemacht. Toller Spirit!“

 

Workshops sind grundsätzlich ja ein sehr hilfreiches Format, weswegen sie besonders im beruflichen Alltag dem ein oder anderen regelmäßig begegnen. Sie helfen dabei bestimmte Ergebnisse gemeinsam zu erarbeiten und sich mit vollem Bewusstsein auf eine Problemstellung zu konzentrieren. Die richtigen Leute zusammenzubringen, Ideen zu entwickeln, diese Ideen zum Leben zu erwecken und schlussendlich von der kollektiven Intelligenz zu profitieren, weil sie größer als die Summe ihrer Einzelteile ist – DAS ist das, wofür es Workshops geben sollte!

Wie wir wissen, gibt es eine ganze Reihe an Workshop-Methoden und -Formaten, die allesamt innovativ und effizient sind. Doch was macht einen Workshop eigentlich wirkungsvoll? Wie liefert er genau die Ergebnisse, die wir uns erhoffen? Und wie schaffen wir es, dass alle Teilnehmer ihre Zeit für sinnvoll eingesetzt halten und sich zum Handeln inspiriert fühlen?

 

Myriam Hadnes, Gründerin von „workshops.work“, hat ihre Leidenschaft sowie ihr Interesse für Workshops zum Beruf gemacht und hilft nun ihren Kunden beim Aufbau und der Gestaltung wirkungsvoller Workshops. In einem ihrer Podcasts spricht sie über wissenschaftliche Erkenntnisse, beispielsweise aus der Verhaltensökonomie, die genutzt werden können, um Workshops zu gestalten und Übungen zu entwerfen, die den Teilnehmern helfen sich von Hemmnissen aller Art frei zu machen. Die Idee, einen Workshop entlang sozialpsychologischen Erkenntnissen aufzubauen und zu strukturieren, ist so einfach wie genial. Denn wer arbeitet in einem Workshop letztlich zusammen? Menschen! Es ist also nur logisch, Workshops anhand der Bedürfnisse von Menschen auszurichten, um so ein optimiertes Miteinander einzurichten. Für das Miteinander muss letztlich aber auch eine entsprechende Offenheit und Partizipation untereinander herrschen.

Denn genau hier liegt der Schlüssel zum Erfolg: Jeder einzelne Teilnehmende muss offen sein für den Workshop. Er muss bereit sein, seine zur Verfügung stehende Zeit im Sinne des Workshops einzusetzen. Ihm muss bewusst sein, worum es geht und was das Ziel ist. Und es muss in seinem eigenen Interesse liegen, dass er gemeinsam mit den anderen Teilnehmenden, das gewünschte Ziel des Workshops auch erreicht. Es liegt also auf der Hand, dass die Sozialpsychologie eine große Rolle spielt.

Waren Sie von der obigen Schlagzeile überrascht? Haben auch Sie schon mal Aussagen wie „Workshops sind Zeitverschwendung. Sie führen nie zu den gewünschten Ergebnissen und funktionieren nicht.“ gehört oder gar selbst getätigt? Tatsächlich haben Workshops nämlich oft einen schlechten Ruf. Doch woran genau liegt das? An dem Design? An den Teilnehmern selbst? An der Moderation?

 

Anhand von Myriams Podcast haben wir Aspekte gesammelt, die Sie dazu anregen sollen, sich Gedanken über Ihre eigenen Workshops zu machen und diese entlang der Aspekte einmal zu evaluieren. Wo liegt vielleicht Verbesserungspotential oder was kann optimiert werden? Egal, ob es hierbei um ein anderes Mindset oder eine neue Methode geht: Wir möchten Sie inspirieren!

 

  1. Ein gemeinsames Ziel: Zuerst einmal ist es wichtig zu verstehen, was eigentlich das Problem ist, das man zu lösen versucht und was der Zweck des Workshops ist. In diesem Rahmen ist es sinnvoll die Wahrnehmung eines jeden Teilnehmers zu erfragen und zu verstehen, denn schließlich möchte man mit einem gemeinsamen Ziel vor Augen den Weg beschreiten. Das Premortem-Brainstorming bietet eine interessante Möglichkeit, die Zielsetzung einmal anders zu erarbeiten. Hier geht es darum, ein Untergangsszenario zu entwerfen und sich zu überlegen, was alles schiefgehen könnte. Denn wer weiß, was einen Workshop gefährden könnte, weiß auch, welche Fehler es zu verhindern gilt. Zuletzt gilt es Lösungen für sie zu finden und diese zusammenzutragen.

Das könnte Sie vielleicht interessieren: Meetings sind zwar nur eine Teilmenge von Workshops – die Spielregeln sind aber ähnlich und lassen sich wechselseitig extrapolieren. Besuchen Sie unsere Workshop-Reihe “Einfach gute Meetings”, und lernen Sie die drei wesentlichen Elemente kennen, die Meetings zum Grundstein guter Zusammenarbeit und damit von Unternehmenserfolg werden lassen.
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  1. Ego zurückstellen, wir sind alle Menschen: Egal ob Teamleiterin, Praktikant oder Vorstandsmitglied: Am Ende des Tages sind sie alle bloß Menschen. Niemand will nur wegen seiner Rolle anders behandelt werden. Niemand will nur wegen seiner Rolle interessant sein. Doch jeder von ihnen redet gerne über sich selbst – auch der introvertierteste Mensch in einer Gruppe – wenn das Setting stimmt. Denn wenn wir jemanden vor uns haben, der generell daran interessiert ist unseren Gedanken und Geschichten zuzuhören, dann macht es uns allen Spaß über uns selbst zu sprechen.

 

  1. Einmal einchecken bitte: Ein kleiner Check-In mit simplen Fragen, wie: „Was geht Ihnen gerade durch den Kopf?“, lässt jeden einmal zu Wort kommen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass er oder sie im weiteren Verlauf noch einmal das Wort ergreift. Und genau das wollen wir. Jeder soll von Anfang an den Mut haben zu partizipieren. Darüber hinaus schafft eine solche Frage Raum für kreative Antworten und manchmal sogar kleine Geschichten, sodass die Teilnehmenden eine Bindung zueinander aufbauen und die authentische Persönlichkeit des anderen wahrnehmen. Alles in allem schafft ein guter Check-In einen sicheren Raum und eine vertraute Atmosphäre unter den Teilnehmenden.

 

  1. Das geht noch kreativer: Solche und ähnliche Fragestellungen sind Ihnen bereits als Check-In für Ihre Workshops bekannt und Sie suchen etwas Neues?
    Eine Alternative ist zum Beispiel die Superhelden-Übung. Bitten Sie doch einmal alle Teilnehmer, sich in einem Kreis wiederzufinden und sich gegenseitig vorzustellen. Und zwar mit drei Dingen: ihrem Namen, ihrer Rolle und einer Superkraft, die sie gerne hätten. Das Schöne an dieser Übung ist, dass jeder etwas zu sagen hat und sie durch den Wunsch nach einer Superkraft zugeben, dass sie menschlich sind – und zwar unabhängig von ihrer Rolle, ihrem Status und der Hierarchie.
    Eine andere Art des Check-Ins bieten M&Ms. Ja, Sie lesen richtig. Die kleinen bunten Schokolinsen mit einer Erdnuss darin. Wenn wir gemeinsam essen, schafft das Vertrauen. Das ist der Grund, warum wir mit Klienten zu Abend essen oder warum wir mit verabredeten Personen essen. M&Ms wecken bei uns häufig Kindheitserinnerungen und es gibt nur wenige Leute, die ihnen widerstehen können. So teilt also nicht nur jeder das Essen, sondern auch das schlechte Gewissen nicht widerstehen zu können. Solch eine Situation schafft Lachen und Lachen wiederum schafft Bindungen, weil es unsere authentische menschliche Seite zeigt.
    Noch kreativer wird es mit Dixit-Karten. Vielleicht kennen Sie das Tischspiel mit den abstrakten Bildkarten, zu denen Sie im Spielverlauf Ihre ganz individuelle Geschichte erzählen müssen. Bei dieser Variante des Check-Ins zieht jeder Teilnehmende zu Beginn eine Karte, die seinen momentanen Gemütszustand oder seine Gefühle im aktuellen Projekt repräsentiert. Im Anschluss erklärt jeder, warum er oder sie diese Karte ausgewählt hat. Diese Übung eignet sich tatsächlich sehr gut für ein professionelles Umfeld, denn besonders für Erwachsene in einem beruflichen Kontext, ist es viel einfacher über das zu sprechen, was man auf einer Karte sieht, als über die eigenen Gefühle.

 

  1. Das ist mein Beitrag: Jeder Teilnehmende im Raum sollte wissen, warum er hier ist und dafür braucht er eine Rolle, die er für die Zeit des Workshops einnimmt. Denn wenn man nicht weiß, was von einem erwartet wird, wenn man nicht weiß, was man dort tatsächlich tut, wie soll man dann den Eindruck haben, dass der eigene Beitrag gebraucht wird oder dass man einen Beitrag leisten könnte? Warum also die Energie dafür aufwenden? Jeder sollte sich wohl und willkommen fühlen und merken: „Okay, hier bin ich richtig”.

 

  1. Fortschritte erleben und sichtbar machen: Immer auf dem richtigen Weg zu bleiben ist Voraussetzung für ein Gefühl des Fortschritts. Damit das gelingt, sollte man an expliziten Aufgaben arbeiten und jede einzelne Idee festhalten. Setzt man diese Aufgaben in einen Rahmen und verknüpft die jeweiligen Übungen miteinander, wird schnell eine Art Progressionstreppe sichtbar. Da jede Übung mit der nächsten verknüpft ist und die Ergebnisse der Übungen aufeinander aufbauen, entsteht genau dieses Gefühl des Fortschritts, das uns alle motiviert. Wenn die Teilnehmer wissen, was sie erreichen können und diesen Fortschritt auch als sinnvoll erachten, dann fühlen sie sich in der Regel gestärkt und begeistert, diese Arbeit gemeinsam fortzusetzen.

 

  1. Der Moderator als Vorbild: Alle Formate und Übungen führen nur insoweit zum Ziel, wie der Moderator davon überzeugt ist und dies auch verkörpert. Wenn der Moderator nicht überzeugt ist und nicht das nötige Selbstvertrauen hat, dann schwappt das auf die Gruppe über und ihm wird nicht mehr zugehört oder gefolgt. Übernehmen Sie als Moderator Autorität sowie Führung und fordern Sie die Teilnehmer dazu auf, aus ihrer Komfortzone herauszukommen. Zeigen Sie Mut und Offenheit und Ihre Teilnehmer werden Ihnen Vertrauen entgegenbringen.

 

Natürlich helfen schöne Folien und coole Didaktiken, aber ist es die atmosphärisch angemessene Stimmung, die letztlich der echte Wegbereiter für die Wirksamkeit von erfolgreichen Workshops mit Menschen ist. Mit dem Fangnetz eines vertrauten Miteinanders können Formate und Methoden erst dann ihre Wirkung voll entfalten. Verinnerlichen Sie diese Gedanken am besten und Ihre Workshops werden gerne besucht, weil sie wirklich wirksam sind!

 

Eine kleine Notiz am Rande: Haben diese neuen Aspekte Neugier bei Ihnen geweckt? Lust auf mehr spannende Inhalte zum Thema Workshops und Moderationstrends? Dann holen Sie sich noch jetzt ein Ticket zum „Never done before – Faciliation Festival“, organisiert von Myriam Hadnes. Hier kommen hochmoderne (Moderations-) Künstler zusammen, um ihre bestgehüteten Geheimnisse sowie ihr Fachwissen mit Ihnen zu teilen.

 

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