Dienstag, November 13

Letzte Woche durfte Ich spannende Inhalte und Erkenntnisse von der Lean Startup Konferenz in San Francisco berichten. Eine Erkenntnis war unter anderem „Be the Thought Leader“ zum Thema Innovation. Sie erinnern sich?

Das war die Lean Startup Konferenz 2015

Um den Worten Taten folgen zu lassen, habe ich mit Teilnehmern der Konferenz Kurzinterviews geführt um deren wertvollen Erfahrungen zum Thema Lean Startup und Corporate Innovation zu sammeln und für Sie mit nach Deutschland zu bringen.

Lesen Sie heute und im Verlauf der Woche die Antworten zu den Fragen, warum die Lean Startup Methode für diese Teilnehmer in der digitalen Zeit der einzig richtige Weg ist, um Produkte zu entwickeln, was Ihre persönlichen Highlights waren und vor allem, was sie reiferen Unternehmen empfehlen, um ähnlich schnell und agil agieren zu können wie Startups.

 

Interview Adam Berk: @adamberk

Adam ist Unternehmer durch und durch. Er hat bereits eine Vielzahl an Startups gegründet und bezeichnet sich selbst als Lean Entrepreneur und Lean Teacher! Seine erste Frage an Innovatoren die sich an Ihn wenden ist, „Welches Problem löst ihr tatsächlich?“ Erst wenn diese Frage geklärt ist, kann sich darum gekümmert werden um sich über Gestaltung und Durchführung von Experimente um die Bestätigung der Problemstellung vom Kunden zu bekommen. In seiner Rolle als Lean Startup Experte hat er bereits die ganze Welt bereist und vielen namhaften Unternehmen geholfen.

Die Aufzählung der Unternehmen enthält u.a. Kauffmann Labs, AOL, ESPN und weitere internationale Hochkaräter. Seine eigene Gründungshistorie und beteiligte Startups sind:

  • neigh*borrow: Eine Website zum kurzfristiger Leihe von Alltagsgegenstände
  • 26smiles: Eine Plattform für den Austausch von Konferenzbildern
  • shared squared: Vereinheitlichung der Gründungen zum Thema „shared economy“

um nur ein paar zu nennen.

In einem persönlichen Gespräch gibt er Unternehmen wertvolle Tipps!

Adam Berk

Wie kamst du zu Lean Startup?

Ich kam durch mein letztes, leider gescheitertes Startup zur Lean Startup Konferenz, in dem mein Mitgründer mir von der Herausforderung erzählte, das nächste Mal eine spezielle Arbeitsweise auszuprobieren. Am Anfang dachte ich nicht, dass mir eine bestimme Arbeitsweise helfen würde mit meiner nächsten Idee Erfolg zu haben. Ich habe die Herausforderung angenommen und verloren. Ich hatte mit dieser Methode Erfolg.

 

Was waren deine Highlights mit dieser Arbeitsweise?

Man bekommt so viel Zuspruch zurück, wenn man anderen hilft. Das Beste an Lean Startup ist für mich, anderen zu helfen, bessere Resultate mit weniger Kosten zu erreichen und dabei schneller zu sein, ein kreativeres Produkt herzustellen und Fehler zu vermeiden.

 

Kann man Lean Startup auch für große Unternehmen verwenden und sind deine Empfehlungen für Konzerne?

Definitiv kann man diese Methode auch dafür verwenden. Mein Ratschlag ist, keine Angst davor zu haben, klein zu starten. Vertraue dieser Arbeitsweise, es gibt genügend Beweise dafür, dass Lean Startup bei disruptiven Ideen funktioniert. Man sollte keine Angst davor haben, ein Experiment mit vielleicht nur einem Team zu starten, man sollte sich von den positiven Resultaten überraschen lassen!


Interview Grace Ng

Grace ist Mitgründerin von Javelin. Die dort erstellte Software ist ein hilfreiches Tool um Lean Startup in Unternehmen zu nutzen. Mit der Software erleichtert es innerhalb von kürzester Zeit Geschäftsmodell Ideen zu testen und zu validieren. Sie kennen eines der Produkte, das Javelin Board, womöglich von Lean Startup Weekends, bei denen dieses Instrument regelmäßig zum Einsatz kommt.

Grace ist zudem als Trainer und Speaker auf vielen Konferenzen unterwegs und unterrichtet auch an renommierten Universitäten um einen Einfluss darauf zu haben wie Entrepreneurship heutzutage gelehrt wird. Sie hat auch bereits Erfahrungen gemacht, wie ein Startup scheiten kann und hat so auf dem harten Weg gelernt wie die Entwicklung eines Geschäftsmodells ohne Kundeneinbindung enden kann.

Grace Ng

In einem sehr netten und freundlichen Gespräch hat sie Ihre Erfahrungen mit uns geteilt.

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Wie kamst du zu Lean Startup?

Ich habe immer vorgehabt, ein eigenes Startup zu gründen und habe in meinem Beruf zuvor immer direkt mit Kunden zu tun gehabt. Allerdings konnte ich bisher keine Erfahrung sammeln, eine eigene Firma zu gründen. Nichtsdestotrotz habe ich aus den Gesprächen mit den Kunden immer auch über meine Pläne zur Unternehmensgründung geredet. Die Erfahrungen und das Feedback, die ich dabei bekam, haben mir geholfen, eine „Lean Startup Maschine“ zu gründen. Mein Ziel ist es anderen zu helfen damit sie von unserer Erfahrung lernen können. Es klingt so einfach raus zugehen und mit vollem Elan die Kunden anzusprechen und man glaubt den gesamten Kontext zu verstehen, aber es werden immer noch so viele Fehler bei Kundenbefragungen und Kundenexperimenten gemacht.

 

Was waren deine bisherigen Highlights mit dieser Arbeitsweise?

Eine ganze Menge. Den Anfang bilden immer Customer Insights, in denen herausgefunden wird, was das Problem des Kunden genau ist. Mit der Lean Startup Methode kann man sehr tiefgründig das Feedback des Kunden analysieren. Das ist auch ein interessanter Richtungswechsel innerhalb von Javelin. Aus den bisherigen Kundenerfahrungen, konnten wir das Tool sehr stark vereinfachen und bekamen richtig gute Rückmeldungen. Das hätten wir ohne Kundenfeedback nicht erreicht.

 

Kann man Lean Startup auch für große Unternehmen verwenden und sind deine Empfehlungen für Konzerne?

Meiner Meinung nach schon. Du musst es dem gesamten Unternehmen beibringen, weil die Gefahr besteht, dass sich einige Leute benachteiligt fühlen und somit Andere zurückhalten. Es bringt also nichts, wenn nur eine Hand voll Leute die Lean Startup Methode benutzen. Daher musst du die Methode schon einem großen Teil deiner Mitarbeiter beibringen, um sie im Unternehmen fest zu verankern. Es muss gelernt werden auch mit Fehlschlägen umzugehen. Am Allerwichtigsten ist zu verstehen, dass die ersten Experimente nicht die finale Lösung sein werden. Probieren geht über Studieren.

 

Für weitere Interviews bleiben Sie gespannt – schon in Kürze gibt es mehr davon auf dem Innvationsblog!

About Author

Thomas Sontheim ist bei Safari zuständig für Produktinnovationen und erfolgreiche Geschäftsmodellentwicklung. Die Probleme deutscher Konzerne aus ihrem Kern heraus innovativ zu sein, beschäftigen ihn seit geraumer Zeit. Im Telekommunikations- und Medienumfeld sucht er als Projektmanager ständig nach neuen Lösungsansätzen für dieses Problem

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