Mittwoch, Dezember 12

Ein neuer Trend im Marketing Bereich, von Technikbegeisterten eingeführt, ist das ‘Dronevertisement’ in dem die Drohne zum Werbeträger für ganz besondere Aufgaben wird. Im Nu ist ein Banner unter einen Quadrocopter montiert und in 15m Höhe in der Fußgängerzone unterwegs. Aber macht das Sinn? Hat wer damit schon Erfolg? Fragen, die nun geklärt werden!

 

Drohnen sind wie so viele Hightech Spielzeuge für kreative Denker ein sehr dankbares Opfer. Nicht nur dass jeder Hobbyvideograph mit entsprechendem Kleingeld mit ihnen die fantastisch anmutenden Landschaftsaufnahmen aus der Vogelperspektive machen kann, einige Spielarten wie der AirDog verfolgen den Träger eines Armbandes, um dessen Stunts aufnehmen zu können oder filmen Events im Rahmen von Marketing Kampagnen usw.

 

Nicht nur der Amazon CEO Jeff Bezos wäre daran interessiert Drohnen auch zivil in der Zustellung von Paketen einzusetzen. Medikamente, Einkäufe für Altersschwache, Defibrillatoren, und und und wären denkbar.

 

Drohnen und Marketing = Dronevertising

 

Wer spontan an Marketingstrategien in Kombination mit unbemannten Fluggeräten denkt hat sicher sofort Google und kleine nervig summende Fluggeräte im Sinn, die vielleicht in naher Zukunft mit kleinen Bildschirmen ausgestattet jeden Fußgänger in der Innenstadt verfolgen – und natürlich auch diejenigen, die diese völlig entnervt mit einem Baseballschläger gegen die Wand schleudern.

 

Zugegeben diese Fantasie ist erst einmal nicht ganz so rosig. Aber wer kreativ mit ihnen umgeht und sich von der Dauerberieselung entfernt, hat sicherlich ein neues Medium entdeckt, dass zu einigen Überraschungen fähig ist. Denn entscheidend ist, wie überall auch im Marketing, das ‘Wie’ man positive Emotionen freisetzt und so das jeweilige Unternehmen in das Gedächtnis prägt.

 

Hier erst einmal einige Ads die erfolgreich umgesetzt wurden, die verdeutlichen ‘es geht’ und es geht wahrscheinlich noch mehr!

 

Ad´s in dem die Drohnen eine zentrale Rolle spielten

 

Nicht mal ein Jahr ist es her, dass Coca Cola in Zusammenarbeit mit der Nonprofit Organisation ‘Singapore Kindness Movement’ erfolgreich einen Ad umgesetzt hat, in dem die Drohnen eine zentrale Rolle spielten – sie lieferten Cola Packungen in noch im Bau befindliche Hochhäuser mit Fotos auf denen Transparente und Bürger der Stadt zu sehen waren, auf denen sie sich bei den Gastarbeitern bedankten.

 

Es war weithin bekannt dass ein Großteil der Arbeiter wie auch sonst aus den Armen Teilen Indiens stammen und Frauen und Kinder hinter sich lassen musste, um in Singapur Geld zu verdienen. So sah es aus:

 

 

Nimmt man es genau macht DHL, der deutsche Paketzusteller nichts anderes. Hier wird eher an die Lieferung in entlegene, schwer zu erreichende Gebiete gedacht, und der Werbegedanke steht nicht allzu sehr im Vordergrund, hat aber natürlich einen gewissen Werbeeffekt wenn man so eine DHL Drohne am Himmel sieht und das Unternehmen dadurch seinen Lieferradius auf solche Spezialtransporte ‘erweitert’ nennen kann.

 

 

Etwas direkter, was die Werbung angeht, wurde es bei dem Kinostart des Films ‘Star Trek: Into Darkness’, wo eine choreographische Nachbildung des Star Trek Zeichens für einen gewünschten Werbeeffekt sorgte. Über der Themse wurde mitten in London eine Vielzahl von kleinen Drohnen gestartet, die ausgestattet mit Blauen Lichtern dann dieses Flugmuster absolvierten.

 

 

Konkreter wird es bei dem US Amerikaner GauravJit “Raj” Singh aus Philadelphia, der eine Werbefirma in dieser Nische gründete DroneCast und schon über 1 Millionen Dollar Investorengelder eingesammelte und durchschnittlich 10 Kunden im Monat hat.

 

Er will nicht nur Banner durch die Gegend fliegen, sondern bietet auch an die Flüge den Kundenwünschen anzupassen. Das heißt auch zum Beispiel auf Festivals Leuchtstäbe und T-Shirts abzuwerfen und dabei die Menge zu filmen. Das ganze natürlich mit Piloten und entsprechendem Equipment und entsprechenden Preisen.

 

Aber auch in Russland wird auf dem Gebiet mitgemacht. Dort haben die Mitarbeiter von hungryboys.ru mal eben die Umsätze einer Fastfood Kette um 40% gesteigert, indem sie Drohnen mit einem Werbebanner Hochhausfassaden im Finanzdistrikt von Moskau haben entlang fliegen lassen. Den erstaunten Gesichtern folgte dann eben meist auch eine Bestellung.

 

 

Der WOW Effekt

 

… oder sind die einfach nur laut? Egal. Jedenfalls fallen sie einfach auf gerade, weil es eben noch nicht alltäglich ist Drohen am Himmel zu sehen, und es gibt reichlich Potential Menschen mit ihnen zu überraschen. Oder haben sie schon mal Werbung an ihrem Bürofenster im 10. Stock vorbeifliegen sehen?

 

Sie würde bestimmt genügend Aufmerksamkeit erzeugen. Das steht außer Frage! Solange sich dieser Effekt nicht abnutzt ist noch viel Zeit sich diesem Fokus zu Nutze zu machen. So etwas ist sicherlich auch sehr aufmerksamkeitserregend:

 

 

Naja vielleicht etwas unheimlich. Vielleicht gibt es aber schon bei der nächsten Fußball Weltmeisterschaft fliegende Nationalflaggen? Oder fliegende Hintergrundwerbung bei der Tour de France, beim Marathon oder anderen Veranstaltungen … wer weiß wo sich der Bereich hin entwickelt ….

 

Ist das Werben mit Drohnen also die Zukunft?

 

Das Problem mit der Drohne

 

Um die Kirche im Dorf zu lassen: der gesamte Bereich steckt noch in den Kinderschuhen. Entsprechende Gesetze für die flächendeckenden Regelungen von unbemannten Fluggeräten müssen erst erlassen werden. So ist in den USA gerade vorgekommen, dass von der FAA das Flugrecht für Drohnen derart eingeschränkt worden ist, dass Amazon drohte die gesamte Drohnenforschung ins Ausland zu verlegen.

 

In Australien wie in anderen Staaten mittlerweile auch braucht man CASA – und UAV [Unmanned Air Vehicle] Lizenz und entsprechende Genehmigungen. Letzten Endes ist es auch eine Frage, ob es auch nicht weiterhin gesetzlich limitiert wird, eine regelmäßige Präsenz in öffentlichen Räumen für Drohnen zu gewähren.

 

Noch ist es nicht ausgeschlossen, dass es nicht auch irgendwann für die Menschen unter dem Flugbereich gefährlich werden kann und nicht nur deswegen kann ein einziger Unfall fatale Folgen für die Reputation dieser noch jungen Sparte haben.

 

Aber gibt es nicht schon in SF Filmen diese schwebenden Bildschirme, die sich den vorbeilaufenden Passanten zuwenden und sie dann verfolgen? Bisher gab es ja zu den jetzigen Ideen des Dronevertisement Vergleichbares nur in Form von Cessna Kleinflugzeugen – oder Zeppelinen, die einen entsprechender Höhe große Werbebanner hinter sich herzogen.

 

 

Wie schaut die Drohnennutzung eigentlich insgesamt aus?

 

Die Grafik unten gibt da ein wenig Aufschluss…

 

Die private Nutzung ist – wie sollte es auch anders sein- in der Hand von Foto bzw. Technologie begeisterten Männern zwischen 30 und 50. Natürlich wird in den USA am Meisten geflogen, während Deutschland abgeschlagen auf dem 7ten Platz noch hinter der Schweiz, Italien und Spanien ist.

 

Doch insgesamt lässt sich ein sehr ermutigender Trend erkennen: Drohnenbilder schaffen es in die Fotographische Spitzenriege und erhalten mit der Wahl in der National Geographic den Ritterschlag, Soziale Strömungen machen aus dem Selfie das Dronie und Drohnen erobern so langsam das Privatleben –wie beim Sport- , aber auch den öffentlichen Raum und die Sicherheit.

 

Und es werden neben immer mehr Anwendungen, die die Beobachtungsleistung der Drohnen nutzen immer mehr Businessmöglichkeiten entdeckt.

 

Es ist wie immer nicht abzusehen, was die Zukunft bringt, vielleicht bringen ja auch technische Neuerungen einen Durchbruch in diesem Bereich. Interessant bleibt er auf jeden Fall.

 

Update von der CES 2015

Die Inspire 1 Drohne war eine der meist beachtestend Veröffentlichungen am ersten Tag der CES 2015. Unter ihrer coolen Schnauze hängt eine 360-Grad-Kamera, die perfekte Fotos und hochqualitative Videos in alle Richtungen sowie in 4K aufnehmen kann. Hebt die smarte Drohne ab, klappen ihre Füße nach oben, um die Sicht der Kamera nicht zu behindern. Zusätzlich sorgen drei optische Sensoren dafür, dass sie innerhalb eines Hauses nicht aneckt oder gegen eine Wand fliegt. Mit dem Controller kostet das Gerät knapp 2900 Dollar (etwa 2440 Euro) – Quelle: wired.de

 

 

Update von Hypebeast: Ein Restaurant in Singapore nutzt autonome Drohnen als Kellner

Werden wir in Zukunft von Drohnen bedient, bekommen wir so unser Essen und Getränke zukünftig an den Tisch geliefert? Ein Restaurant in Singapore probiert dieses gerade aus. Hier ein paar interessante Bilder!

 

Update von Wired: Zukunft der Musik / Diese Drohne ist ein fliegendes Schlagzeug

Der Musiker Haig Beylerian ist der erste Drohnen-Drummer der Welt. Mit der an der University of Toronto entwickelten Flying Drum Machine mixte er einen Beat, indem er die Drohne wie ein fliegendes Schlagzeug auf unterschiedliche Weise antippte und schubste. Hier geht es zum Originalartikel…

 

About Author

Andreas Pihan hat langjährige Erfahrungen in den Bereichen Asset Management, Privatbanken, Medien, Retail und e-Commerce Branche. Ganz besonders interessiert er sich für den Aufbau, die Validierung und die Realisierung von neuen digitalen Geschäftsmodellen sowie für neuartige Produkt- und Marketingstrategien. Zudem ist er Autor von verschiedensten Publikationen zu Themen wie Digitale Transformation, Produktinnovationen und Internet of Things.

2 Kommentare

  1. Thomas Sontheim on

    Tolles Sammlung von Beispielen was auf dem Gebiet tatsächlich schon gemacht wird. Ich findes das zeigt immer mehr wie die technologischen Grenzen verschwinden und wieviel Potential noch brach liegt.