Dienstag, November 13

Innovative Ideen machen uns Spaß!

Vielen Menschen kommen Ideen zur Verbesserung von Produkten ihres Unternehmens bei der Fahrt mit dem Auto, unter der Dusche oder beim Jogging. Werden diese Ideen anschließend voller Begeisterung im Unternehmen eingebracht geschieht entweder gar nichts oder aber es beginnt ein langwieriger Innovationsprozess.

Ideen zu Produktverbesserungen entstehen schnell, jedoch nehmen Ideenbewertung, Produktentwicklung und Produkttests mit Kunden häufig sehr viel Zeit ein. Zudem sind Innovationsprozesse häufig linear, in der Durchführung relativ starr und ermöglichen kaum Experimente abseits des vorgegebenen Pfades. Nach anfänglicher Euphorie wird die Produktentwicklung zunehmend als schwerfällig und langsam empfunden – Energie und Begeisterung aus der Anfangsphase verpuffen. Wahrscheinlich fallen Ihnen dazu direkt einige Beispiele aus Ihrer eigenen Berufstätigkeit ein.

Ideen, Inspiration, Erfindung

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Wie können Innovationen denn nun schneller voran getrieben werden?

Gibt es überhaupt einen Weg Produktinnovationen schlank, schnell und zugleich günstig zu evaluieren? Vielleicht sogar schon eine Demo zu bauen?

Die Venture Kapital Firma des Internetkonzerns Google, Google Ventures, stand ebenfalls vor dieser Frage und begann zunächst damit einen schlanken Innovationsprozess zu entwickeln um den zahlreichen Unternehmen des eigenen Investment-Portfolios eine Methode für schnelle, agile und direkte Innovation bereit zu stellen: Empathisch wird ein Problem zunächst durch die Augen der Kunden betrachtet. Anschließend werden möglichst kreative Lösungsmuster zur Problemstellung entwickelt um abschließend rational, also durch echtes Testen und die Auswertung von Metriken, zur “besten” Entscheidung zu gelangen. Google bezeichnet diesen Ablauf als Product Design Sprint (Quelle: http://www.gv.com/lib/the-product-design-sprint-a-five-day-recipe-for-startups)

Zahnrad, Teamwork

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Durch den hundertfachen Einsatz durch Google selbst und in anderen Unternehmen hat die Product Design Sprint Methode mittlerweile einen hohen Reifegrad erlangt. Sie reduziert die Risiken die zwangsläufig bei einer Produktveränderung und Neueinführung auftreten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit lassen sich Product Design Sprints auch für Ihre Innovationsprojekte, unabhängig von der Unternehmensgröße, einsetzen.

5 Tage Zeit, Teammitglieder möglichst unterschiedlicher Fachrichtungen, bereitsvorhandene Büromaterialien wie Klebezettel und Whiteboards sowie Microsoft PowerPoint oder Apple Keynote für die Prototypenerstellung – mehr ist nicht notwendig um Product Design Sprints einzusetzen.

Zugegeben: Anfangs waren die Autoren skeptisch ob Product Design Sprints die Kernversprechen, von der Idee zum Prototypen in nur 5 Tagen, wirklich halten können. Nachdem wir selbst die Methode einige Male eingesetzt haben können wir nun sagen “Ja!
 
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Echtes Feedback Ihrer Nutzer mit einem Prototypen in nur 5 Tagen

Der Wert eines echten Prototypen und echtem Nutzerfeedback nach nur einer Arbeitswoche ist extrem hoch für den gesamten Produktinnovationsprozess. Selbst wenn das Projekt nach der Durchfürung des Sprints eingestellt wird, kann diese Entscheidung auf Basis fundierter Informationen getroffen werden und man hat eine Menge in den Interviews mit Personen der Zielgruppe über das Problemfeld gelernt.

 

Versammlung, Diskussion, Dialog

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Product Design Sprints sind selbst eine evolutionäre Entwicklung

Durch Globalisierung und steigende Vernetzung steigt der Innovationsdruck in nahezu allen Branchen kontinuierlich an. Starre und langwierige Prozesse wurden innerhalb der letzten Jahre in vielen Bereichen zunehmend durch agilere Methoden ersetzt. In der Softwareentwicklung wird zunehmend auf flexible, iterative Vorgehensweisen mit kurze Rückkopplungszyklen (z. B. bei Scrum) statt mehrmonatiger Roadmaps gesetzt.

Die Lean Startup Methode hilft jungen Unternehmen dabei schnellstmöglich ein relevantes Produkt für eine bestimmte Zielgruppe in kurzen Iterationszyklen zu entwickeln. Das von Steve Blank propagierte Customer Development versucht durch fortlaufende Kundeninterviews und cleveres Verstehen der “echten” Kundenbedürfnisse ein Produkt immer weiter zu verbessern. Kurze Rückkopplungszyklen mit der Zielgruppe bzw. dem Kunden eines Produktes ersparen weitläufige Umwege und teure Fehlinvestitionen.

Product Design Sprints wurden gewissermaßen als agiler Prozess für Produktinnovationen entwickelt. Dabei ist das Vorgehen festen Regeln unterworfen, bietet aber dennoch genügend Flexibilität und kann zudem iterativ wiederholt werden.

Die Weiterentwicklung von bestehenden Produkten und Features als auch die Entwicklung gänzlich neuer Produkte, Arbeitsabläufe und Geschäftsfelder werden mit Product Design Sprints abgedeckt. Im Gegensatz zu mehrmonatigen Projektplanungen haben Product Design Sprints ganz klar die Aussage “Ärmel hochkrempeln, machen, messen und lernen!”.
 

Der Ablauf eines Product Design Sprints besteht im Kern aus 5 Stufen

  1. Das Problem verstehen
  2. Viele unterschiedliche Lösungsansätze entwickeln
  3. Verdichten und Entscheiden
  4. Prototypen bauen
  5. Interviews mit Nutzern aus der Zielgruppe, welche den Prototypen direkt ausprobieren
Kooperation

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Je nach Ausgangslage, etwa wenn eine neue Produktidee evaluiert werden soll, ist als Vorstufe eine intensive Vorbereitung unabdingbar. Für Stufe 1 “Das Problem verstehen” ist es sehr hilfreich Parameter wie Marktgröße, ungefährer Aufwand für die Produkterstellung, notwendige Kompetenzen für die Produkterstellung, Preisgestaltungsmöglichkeiten und Konkurrenzprodukte vorab untersucht zu haben. Da bei neuen Produktideen oft große Unsicherheit über den erfolgversprechendsten Ansatz herrscht, werden häufig 2-3 reduzierte Prototypen mit stark unterschiedlichen Ausprägungen für Markttests anstatt nur einem, relativ umfangreichen, entwickelt. So lassen sich sehr unterschiedliche Lösungen in Nutzerinterviews fast zeitgleich testen.

Bei der Weiterentwicklung von Bestandsprodukten helfen Auswertungen von vorhandenen Analytics– oder anderweitig vorhandenen Nutzungsdaten. Zu Beginn werden diese Daten allen Teilnehmern des Sprints gezeigt und diskutiert. Dadurch erfolgt eine Synchronisierung des Teams auf die aktuelle Problemstellung und die konkreten Ziele des Product Design Sprints. Unterschiedliche Kompetenzen und Perspektiven, meist vom Ausbildungshintergrund und der Funktion der Person innerhalb des Unternehmens ausgehend (Produktmanager, Designer, Softwareentwickler, Kundensupport,…), ermöglichen eine umfassende Betrachtung des “Problems” aus eben diesen Blickwinkeln. Nicht selten sorgt die Problemperspektive des Kundensupports für viele Überraschungen und Aha-Erlebnisse. Projektziele bei der Weiterentwicklung von Bestandsprodukten sind häufig die Steigerung der Nutzung bestimmter Funktionen, Konversionsteigerung allgemein (E-Commerce) sowie optische oder technische Modernisierungen (z. B. Webseiten Relaunch) einer bestehenden Plattform.

Motivieren, Coaching

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Der Prozess eignet sich für verschiedenste Innovationsprojekte, fast unabhängig von deren Größe und Umsetzungskomplexität für Unternehmensgrößen vom Startup bis hin zum multinationalen Konzern. Nach nur 5 Tagen echtes Nutzerfeedback und einen bzw. mehrere Prototypen als Diskussionsgrundlage für das weitere Projektvorgehen zu erhalten stellt einen sehr großen Vorteil gengenüber anderen Innovationsprozessen dar.

Wie wird nun ein Product Design Sprint konkret durchgeführt? Wie verläuft eine optimale Vorbereitung? Welche Methoden kommen im Detail zur Anwendung? Welche Materialien sind notwendig? Wir haben ein kostenfreies E-Book mit allen Informationen für Sie zusammen gestellt. Es enthält die genaue Vorgehensweise zur Durchführung eigener Product Design Sprints sowie unzählige Tipps & Tricks für den gesamten Prozess.

 
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Auf über 50 Seiten erhalten Sie wertvolle Tipps & Tricks für die Entwicklung von Geschäftsmodellen oder das Produktmarketing, die Sie direkt in die Praxis umsetzen können!

 

E-Book: Validieren Sie mit Product Design Sprints Ihre Ideen in nur 5 Tagen

 

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About Author

Maurice Knopp ist Softwareentwickler, freiberuflicher Technologie-Berater und Mitgründer von JoinMyGift.com - der Online Plattform für die Organisation von Gemeinschaftsgeschenken. Er beschäftigt sich leidenschaftlich seit über 10 Jahren mit Softwareentwicklung mit Schwerpunkt im Enterprise- und Web-Umfeld und liebt es ausgeklügelte Softwarelösungen unter dem Einsatz verschiedener Technologien zu entwickeln. Er gewann 2010 den Opitz Consulting Innovationspreis für Informatik und erreichte den 1. Platz beim FERCHAU Preis 2007 (Fachbereich Informatik). Er arbeitet und lebt mit seiner Familie in Köln.

3 Kommentare

  1. Pingback: Warum Apple und Co. alles sind - nur nicht innovativ

  2. Ganz spannend ist, wenn man den Sprint mit den Erkenntnissen aus der ersten Woche wiederholt. Gerade das Feedback der Nutzer aus der ersten Iteration enthält meist einige spannende Nuggets, die sich so im folgenden Sprint direkt wieder mit einem neuen schnellen Prototypen adressieren lassen. Also keine Scheu davor, direkt mit Kunden oder potenziellen Nutzern zu sprechen! Anstatt Ablehnung erfährt man meist echtes Interesse und ein hohes Maß an Engagement. Angenehmer Nebeneffekt: oft werden aus anfänglichen Skeptikern loyale Kunden, weil ihre Bedenken und Ideen ehrlich wertgeschätzt werden.

  3. Pingback: Interview mit dem Autor des eBooks "Product Design Sprints"