Mittwoch, April 25


In agilen Teams vergeht die Zeit meist ziemlich schnell – vor allem bei einem agilen Marketing Team. Zwei Wochen kommen uns dabei oft vor wie zwei Tage. Wir wollen in Sprints arbeiten, aber der lange Weg der Content-Erstellung oder Recherche kommt uns eher vor wie ein Marathon. Content Marketing ist ein Prozess, der oft sehr viel Zeit in Anspruch nehmen kann und häufig überhaupt nicht den Charakter eines agilen Teams unterstreicht. Und doch können wir auch im Content Marketing agile Methoden, agile Sprints einlegen – nur in einem anderen Tempo, als man es vielleicht bisher gewohnt war.

 

Wie man das schafft? Indem man Marketing in zwei Kanälen trennt: in Content Marketing und Marketing. Letzteres meint Maßnahmen, die selbst nichts mit der Content Erstellung zu tun haben. Dazu eignet sich besonders die Verwendung der Scrum Methode, die dabei hilft, die verschiedenen Kanäle zu steuern. Wenn Sie ein wenig Hintergrundwissen dazu erlernen möchten, lege ich Ihnen diesen Guide ans Herz.

 

Dieses Beispiel zeit, dass in zwei verschiedenen Scrum Teams gearbeitet wird. Während sich ein Team ausschließlich dem Content Marketing widmet, kümmert sich das andere Team um die restlichen Marketing Maßnahmen. Um sämtliche Prozesse zu vereinfachen, sollten alle Mitglieder der Scrum Teams zu jeder Zeit über alle Prozesse informiert sein. Das funktioniert ganz gut, wenn z. B. alle ein gemeinsames Projektmanagement-Tool wie Trello benutzten, bei dem alle Mitglieder Live-Updates über die jeweiligen Aufgaben bekommen.

 

Vor allem wenn die Sprint-Dauer bei unter vier Wochen liegt, funktioniert dieses System für das agile Marketing Team ganz gut, kann jedoch auch Stress auf das Agile Content Marketing Team ausüben, da die Erstellungs- und Redigierungsprozesse oft relativ lang dauern können und ansonsten die Qualität des Contents unter der kurzen Sprintdauer leiden kann. Von daher gibt es ein paar wenige Regeln, die beachtet werden sollten, damit die agile Arbeitsweise auch für das Content Marketing Team funktioniert:

 

Erzähle die richtigen User Stories

User Stories sind die besten agilen Tools für Content Marketer, weil sie uns aufzeigen, welchen Content das Publikum wirklich lesen will. Von daher sollte von Anfang an klar gestellt werden, was ein Artikel erzählen will.

child sleep on his laptop

Ich schreibe einen Artikel über Content Marketing Sprints, weil ich aufzeigen will, dass agile Methoden auch im Content Marketing Bereich sehr erfolgreich angewandt werden können.

 

Man sollte sich dabei bewusst sein, über was genau man schreiben will und vor allem, wieso man das tut, also welches Ergebnis eigentlich erreicht werden soll. Somit ist immer sichergestellt, dass der Content auch in die Marketing Strategie passt – indem immer wieder überprüft wird, wieso man den Artikel überhaupt schreibt. Bei großen Artikelstrecken oder Berichten kann es dabei auch vorkommen, dass mehr als eine Sprintdauer benötigt wird. Wer an solch großen Stories arbeitet, sollte versuchen, eine große Aufgabe in mehrere kleine Aufgaben aufzuteilen, um trotzdem Fortschritte tracken zu können.

Indem man high-level User Stories mit kleineren Stories kombiniert, entwickelt man immer wieder kleine Teile eines großen Ganzen und kommt somit nach und nach zu dem Ergebnis, das man erreichen will und das außerdem auch im Fokus der Content Marketing Strategie liegt.

 

Definiere „abgeschlossen“

Wenn man im Content Marketing mit agilen Methoden arbeiten will, ist es sehr wichtig, eine strikte Definition dafür zu haben, wann Aufgaben als abgeschlossen angesehen werden. In der agilen Software Entwicklung definiert der Product-Owner oft sehr genaue Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit ein Teil als abgeschlossen angesehen wird. Diese Denkweise muss auf das Content Marketing Team übertragen werden.

Da oft unterschiedliche Wahrnehmungen bestehen, wann ein Artikel als abgeschlossen abgesegnet wird, sollten Richtlinien etabliert werden, an denen sich das ganze Team orientieren kann. Auch wir nutzen diese Methode, indem wir Artikel vor der Veröffentlichung durch die Hände anderer Kollegen laufen lassen, um nicht nur auf Rechtschreibung und Grammatik ein Auge zu werfen, sondern auch allgemeines Feedback einzuholen. Vier Augen sehen immer mehr als zwei! So können wir zumindest versuchen, Schwachstellen in unseren Artikeln zu vermeiden, auch wenn irren manchmal immer noch menschlich ist ;).

Dabei kann vor allem die Auswahl des Artikels die größte Schwachstelle von Anfang an vermeiden: Um sicher gehen zu können, dass der Artikel am Ende auch wirklich gelesen wird, sollte ein Thema gewählt werden, dass beim Leser auf Interesse stößt und zum Weiterlesen anregt.

 

Passe die Sprintlängen dem jeweiligen Content an

Kürzere, weniger arbeitsintensive Artikel können in kurzen Sprints angegangen werden, längere Artikel brauchen in der Regel etwas mehr Zeit. Wir arbeiten in zwei Wochen Sprints, was für die Content Erstellung für uns gut passt. Wenn wir eine längere Content Strecke planen, unterteilen wir die große Aufgabe in mehrere kleine und teilen diese auf die jeweiligen Sprints auf. Zum Beispiel legen wir uns Artikel wie „Unsere 15 wichtigsten Events für Innovationsmanager 2016“ in einen zwei Wochen Sprint. Recherche, Erstellung und Redigierung schaffen wir innerhalb dieses Zeitraums, wohl auch, weil uns durch den Kontakt mit den jeweiligen Events schon ein Teil der Recherche abgenommen wird.

 

Große Content Strecken wie unsere vierteilige Corporate Innovation Reihe über das Burda Bootcamp hingegen nehmen einige Zeit in Anspruch. Von der Planung und der Koordination bis hin zu den Interviews, von der Verarbeitung der Interviews zur Erstellung und Veröffentlichung dauert es mehrere Wochen. Diese Aufgaben unterteilen wir in kleinere Aufgaben und schieben uns diese in die jeweiligen Sprints, um uns mit kleinen Schritten dem großen Ziel zu nähern.

Wir strecken unsere Sprints mit Absicht nicht länger als zwei Wochen, da wir sonst unsere agile Arbeitsweise verlieren. Mit kleinen Aufgaben arbeiten wir uns trackbar immer näher an unser Ziel heran, anstatt uns wochenlang auf einer Ebene zu bewegen. Bei uns funktioniert das, weil wir Leute haben, die sich speziell mit dem Thema Content Marketing auseinander setzen und somit konzentriert an Artikeln arbeiten können. Falls solche Leute im eigenen Team fehlen, kann man die Sprintdauer natürlich verlängern, um den Arbeitsaufwand der jeweiligen Personen zu reduzieren.

 

Lerne dich selbst und dein Zeitmanagement einzuschätzen

Könnt ihr immer genau abschätzen, wie lange ihr für ein Projekt bzw. für einen bestimmten Artikel von der Recherche bis zur Veröffentlichung braucht? Wenn ja, dann könnt ihr richtig stolz auf euch sein. Wenn das nicht immer klappt (was meist der Fall ist), dann könnt ihr euch sicher vorstellen, wie toll es wäre, immer zu wissen, wie viel Arbeitsaufwand hinter den jeweiligen Artikeln stecken wird.

Aus Erfahrung lernt man, vor allem aus der Content Erstellung. Von daher ist es wichtig, dass man Agile Marketing Initiativen und Agiles Content Marketing trennt, um vor allem letzteres unabhängig tracken zu können. Ähnlich wie bei der Scrum Methode können dabei verschiedene Punkte vergeben werden, um die Zeitintensivität in Zahlen darzustellen. Ein kurzer Bericht über das eigene Unternehmen könnte dabei „zwei Punkte dauern“, eine Corporate Innovation Reihe über ein Unternehmen hingegen 32 Punkte. Ab einer bestimmten Punktzahl lohnt es sich dann, das große Konstrukt in mehrere kleine Aufgabensätze zu unterteilen. Man könnte z. B. aus der Artikelreihe acht kleinere Teilaufgaben mit jeweils vier „Zeitpunkten“ erstellen und diese innerhalb der Sprints erledigen.

Nachdem man das öfter gemacht hat, bekommt man ein relativ gutes Gefühl dafür, wie viel Zeit z. B. der nächste Blogpost in etwa in Anspruch nehmen wird. Dabei ist es besonders wertvoll, am Ende des Sprints ein Sprint-Review abzuhalten und zu evaluieren, wo Probleme aufgetaucht sind, was gut gelaufen ist und, ob man mit der Schätzung des Arbeitsaufwandes in etwa richtig lag.

 

Personalisierung Story

 

Warum auch ihr in Agilen Content Marketing Teams arbeiten solltet

Marketing und Content Marketing lassen sich von Grund auf nicht trennen. Wenn es aber zu einer agilen Arbeitsweise kommt, sollte genau das unternommen werden, denn bei Content Marketing Initiativen müssen eben einige Dinge beachtet werden. Genau dazu sollte Content Marketing ein wenig von den restlichen Marketing Kampagnen abgehoben werden, um wirklich agil arbeiten und qualitativen Content bieten zu können.

Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei den eben genannten Punkten gewidmet werden:
Erzähle spannende User Stories
Definiere „abgeschlossen“
Passe die Sprintlängen dem jeweiligen Content an
Lerne dich selbst und dein Zeitmanagement einzuschätzen

Kongruent wie bei der Etablierung von Innovationen sollte dabei gelten:

 

Kennt eure Leser, liefert spannende Artikel über Themen, die eure Leser interessieren!

Wie sieht es bei euch aus? Verwendet ihr auch agile Ansätze in eurem Content Marketing Team? Wir würden uns freuen von euch zu hören und uns mit euch auszutauschen!

About Author

Neben einem abgeschlossenem Bachelor-Studium der BWL mit Schwerpunkt Innovationsmanagement konnte Christoph Kornstädt bereits umfassende Praxiserfahrungen im Bereich Business Development Marketing, PR und Web-Development in mehreren Unternehmen im In- & Ausland sammeln. Dieses Know-how setzt er nun bei Safari ein und unterstützt die Teams im Bereich Business Model Innovation und Content Marketing. Sein Masterstudium in International Business Studies schloß er mit einer sehr erfolgreichen Masterarbeit über die Übertragung von agilem Management auf Organisationsstrukturen ab.

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