Montag, Dezember 18

Vor kurzem ist die Safari Innovationsstudie 2015 erschienen. Im Interview erzählt uns Katharina Hedderich, die Projektleiterin der Studie, von einigen spannenden Erkenntnissen der Studie, wer die Studie lesen sollte und was deutsche Unternehmen von einem amerikanischen Best-Practice Beispiel noch lernen können.

 

Woher kam die Idee für die Safari Innovationsstudie?

In unserem Berateralltag treffen wir immer wieder auf bereits gescheiterte Innovationsprojekte – und das obwohl Innovation als einer der Erfolgs- und Wirtschaftstreiber gilt und immer mehr Unternehmen „innovativ“ sein wollen. Unser Eindruck aus der Praxis konnte durch Zahlen bestätigt werden. Ergebnisse des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung zeigten, dass immer mehr Geld im Bereich Innovationen investiert wird, sich dies aber nicht im Umsatz mit neuen Produkten wiederspiegelt. Auch an unterschiedlichen nationalen sowie internationalen Innovationsindizes konstatierte sich, dass es noch einen gewissen Spielraum nach oben gibt. Basierend auf diesen Erkenntnissen wollten wir von Safari verstehen, warum Unternehmen in Deutschland so un-innovativ sind, welche Hindernisse und Hürden auftreten und welche möglichen Erfolgstreiber es in deutschen Unternehmen gibt.

Safari GmbH

Katharina Hedderich

 

Ihr habt über ein Jahr an der Studie gearbeitet. Wie seid ihr vorgegangen?

Die Studie war die erste ihrer Art, so dass wir ohne vorgegebene Prozesse oder Strukturen gearbeitet haben. Wir hatten uns für einen zweistufigen Mix-Methods Ansatz entschieden. Demnach wollten wir zunächst qualitative Interviews führen und dies dann quantitativ überprüfen. Angestrebt haben wir zunächst 25-30 qualitative Interviews bei denen uns die Studienteilnehmer anhand eines selbst gewählten Innovationsprojektes den Ablauf, Hindernisse und Erfolgstreiber erläuterten. Da uns die Arbeit aber so viel Spaß gemacht hat und wir so viele spannende Insights generierenden konnten, setzten wir die Arbeit fort und führten insgesamt 50 Interviews. Parallel zu den letzten qualitativen Interviews haben wir begonnen, die generierten Ergebnisse in einer kleinen Onlineumfrage quantitativ zu untermauern. Neben der verlängerten Feldphase hatten wir auch mehr Material zum Auswerten, was sich ebenso auf die Veröffentlichung auswirkte, wie der Punkt, dass wir dies als internes Projekt neben unseren eigentlichen Kundenprojekten vorangetrieben haben. Zudem sind wir mit unseren neu gewonnen Erkenntnissen in die Praxis gegangen und haben unsere Handlungsempfehlungen zunächst erst selbst getestet. Das Ergebnis ist die Innovations-Checkliste.

Colourful Light

 

 

Was sind für Dich die wichtigsten Erkenntnisse aus der Safari Innovationsstudie?

Die Studie hat eine Menge spannender Ergebnisse gebracht, da wir den kompletten Ablauf von Innovationsprojekten von der Idee bis hin zum fertigen Produkt oder Service untersucht haben. Darüber hinaus konnten wir bestimmte Problemfelder und Erfolgstreiber erkennen und den Einfluss auf Innovationsprojekte ermitteln. In den Innovationsprojekten habe ich gelernt, dass immer die Projekte und Unternehmen am erfolgreichsten waren, die den Kunden in den Fokus gerückt haben. Wir haben ein Best-Practice-Beispiel aus den USA integriert, was sehr schön aufzeigt, welchen Einfluss die konsumentenzentrierte Arbeitsweise auf den Erfolg haben kann. Schön fand ich zu sehen, dass in deutschen Unternehmen bereits mit Kunden gearbeitet wird und diese nach ihrer Meinung gefragt werden. Viel interessanter in negativer wie positiver Hinsicht war jedoch, dass, obwohl Kundenerkenntnisse vorhanden sind, diese nicht oder kaum in die Produkt-, Service- oder Produktentwicklung einfließen. Jedoch ist gerade der Kunde der ausschlaggebende Punkt. Denn er entscheidet, ob er das Produkt kauft oder nicht. Es ist demnach also auch kein Wunder, wenn der Umsatz mit neuen Produkten nicht steigt, wenn vorher niemand den Kunden gefragt hat, ob er überhaupt das Produkt benötigt oder bereit ist dafür zu bezahlen.

Studie jetzt herunterlagen (kostenlos)

 

Was macht gemäß der Studie dann ein Innovationsprojekt für Dich erfolgreich?

Ich glaube es ist schwierig, den einen Faktor zu identifizieren, der das Projekt erfolgreich macht. Bereits bei den Hindernissen und Hürden gab es ein breites Spektrum von 7 Problemfeldern, die sich gegenseitig ergänzen und verstärken.Auch bei den Erfolgstreibern konnten wir eine Vielzahl an Erfolgstreibern identifizieren, die sich gegenseitig bedingen. So können zum Beispiel neben der Kundenzentrierung auch die Punkte Unternehmenskultur und agile Methoden genannt werden. In Deutschland herrscht immer noch eine 0-Fehler Toleranz vor. In einigen Bereichen weniger, in anderen Bereichen dafür umso mehr. Wichtig ist aber eine Kultur des Scheiterns zu integrieren, denn nur durch Fehler kann ein Unternehmen lernen und sich weiterentwickeln. Darüber hinaus ist Kommunikation in einem Innovationsprojekt essentiell. Nur durch die Abstimmung zwischen der Fachseite und Produktentwicklung sowie einer agilen Vorgehensweise kann schnell und flexibel auf sich ändernde Kundenanforderungen oder Umweltänderungen reagiert werden.

 

Copyright by Olly - Fotolia

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Wer sollte deiner Meinung nach die Studie lesen?

Die Studienteilnehmer waren meist Projekt- oder Abteilungsleiter in den Bereichen Produktentwicklung, Geschäftsmodellentwicklung oder direkt aus der Innovationsabteilung. Auch externe Berater und Geschäftsführer von nationalen und internationalen Unternehmen haben wir befragt, so dass man dieser Personengruppe die Studie besonders ans Herz legen kann. Unabhängig davon ist diese aber sicher für jeden lesenswert, der sich mit Innovationen oder neuen Produkten und Services beschäftigt. Unabhängig von der Abteilung oder der Größe des Unternehmens.

 

Welchen Rat kannst du den Lesern geben?

Unabhängig davon, für wie innovativ die Leser ihr Unternehmen halten, sollten sie einfach die Innovationsstudie herunterladen und die Checkliste im eigenen Unternehmen ausprobieren. Über einen möglichen Erfahrungsaustausch würde ich mich sehr freuen.

 

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About Author

Neben einem abgeschlossenem Bachelor-Studium der BWL mit Schwerpunkt Innovationsmanagement konnte Christoph Kornstädt bereits umfassende Praxiserfahrungen im Bereich Business Development Marketing, PR und Web-Development in mehreren Unternehmen im In- & Ausland sammeln. Dieses Know-how setzt er nun bei Safari ein und unterstützt die Teams im Bereich Business Model Innovation und Content Marketing. Sein Masterstudium in International Business Studies schloß er mit einer sehr erfolgreichen Masterarbeit über die Übertragung von agilem Management auf Organisationsstrukturen ab.

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