Mittwoch, November 22

In unseren bisherigen Beiträgen habt ihr schon viel über den Lean Start-Up Ansatz gehört. In diesem Blogpost erfahrt ihr nun mehr über die Entwicklung von Lean Start-Up und die Rolle von Jerome „Jerry“ S. Engel, dem berühmten Innovations-Guru, Serienunternehmer und Vordenker der Bewegung.

Bevor Ihr nun erfahrt, wieso Jerry als Vordenker der Lean Start-Up Gedankens bezeichnet wird, wollen wir Ihn zuerst als Person besser kennenlernen und verstehen, welche Erfahrungen ihn zu dem Innovationsexperten werden ließen, der er heute ist!

 

Jerry Engel ist ein international anerkannter Experte in den Bereichen Entrepreneurship, Innovation und Venture Capital Jerry-Engel-2sowie Gründer und emeritierter Leiter des Lester Center of Entrepreneurship an der University of California in Berkeley. Außerdem unterrichtet er in seiner Funktion als außerordentlicher Professor an der Haas School of Business u.a. MBA-Kurse zu Themen wie Corporate Innovation und Unternehmertum.

 

Für seine jahrzehntelange Forschung wurde Jerry vielfach ausgezeichnet und geehrt.
So erhielt er u.a. den National Collegiate Inventors and Innovators Alliance Lifetime Educational Achievement Award (2010) sowie den Global Consortium of Entrepreneurship Centers Award für seine außergewöhnlichen Verdienste rund um das Thema Entrepreneurship (2009).

 

Jerry Engel – Gründer, Manager, Vorstandsmitglied und Berater in einer Person

Neben seinen Verdiensten um die Forschung sammelte Jerry nach seinem Studium zunächst Erfahrung in der freien Wirtschaft.

So arbeitete er in den 1970/80er Jahren bei renommierten Unternehmen wie KPMG (früher: Peat, Marwick, Mitchell & Co.) und Ernst & Young (früher: Arthur Young). Des Weiteren gründete und leitete er u.a. die Entrepreneurial Services Group bei Arthur Young, ein Finanzdienstleistungsgeschäft, das vielversprechende, mit Venture Capital finanzierte Start-Ups betreut. Dies verschaffte ihm eine zentrale Rolle während der wirtschaftlichen Entwicklung des Silicon Valleys.

Daneben war und ist er in seiner Karriere stets als Mitgründer, Vorstandsmitglied und Berater zahlreicher Unternehmen und Non-Profit Organisationen weltweit tätig.

So beeinflusst Jerry Engel bis heute als Vorstandsmitglied die Geschicke zahlreicher Firmen wie Jupiter Systems, MedAmerica und Adaptive Planning. Im Vorstand von Maxis Corporation war er für die Finanzen zuständig, bis die Firma später – nach einem erfolgreichen IPO – an EA verkauft wurde. Ähnlich wie MicroNet Technology oder auch Transoft Technology, ein schnell wachsender Anbieter von Fibre Channel Netzwerk Lösungen, welche später an Ampex bzw. HP verkauft wurden. Auch bei Centric Software, einem Unternehmen, welches auf 3-D Visualisierung sowie der Erstellung von virtuellen Produkt-Prototypen spezialisiert ist, fungierte er als Vorstandsmitglied.

Des Weiteren gründete Jerry zahlreiche weitere Firmen, wie AllBusiness.com; ein Unternehmen, welches unter seiner Leitung auf 150 Mitarbeiter anwuchs und im März 2000 an NBCi verkauft wurde. Daneben war er Mitte der 1990er Jahre Mitbegründer von Kline Hawkes Capital, einer Private Equity- und Venture Capital Firma mit Sitz in Los Angeles (USA). Außerdem arbeitet Jerry Engel neben seiner Lehrtätigkeit als General Partner bei Monitor Ventures, LLC, einer jungen Venture-Capital Firma, die mit herausragenden Unternehmern zusammenarbeitet und Ihnen dabei hilft, Technologien in hervorragende Produkte und Services umzuwandeln. Monitor Ventures gehört zu der Monitor Venture Gruppe, einer weltweit tätigen Beratungs- und Venture Capital Firma, welche von Michael Porter aus Harvard gegründet wurde.

Schließlich hat er weitere akademische Positionen weltweit inne, etwa als Mitglied des Management Advisory Boards, unternehmerTUM, am Center for Innovation and Business Creation der Technischen Universität München.

 

Innovation und Entrepreneurship als Forschungsschwerpunkte

Als Gastredner und -autor ist Jerry Engel weltweit gefragt und weist verschiedene Publikationen in renommierten Zeitschriften, wie „The Wall Street Journal“ sowie weiteren internationalen Medien auf. Neben anderen Themengebieten liegt sein Interesse aktuell auf der Erforschung von Unternehmertums- sowie Innovationsprozessen von Firmen, Gemeinschaften sowie globalen Netzwerken.

So untersucht Jerry in seiner jüngsten Publikation „Global Clusters of Innovation: Entrepreneurial Engines of Economic Growth Around the World“ sogenannte „Clusters of Innovation“ (COI).

Das sind geographische und wirtschaftliche „Hot-Spots“ – regionale Ansammlungen innovativer Start-Ups, Start-Up-unterstützender Firmen sowie reifer Unternehmen, welche sich durch eine äußerst hohe Innovationsrate – wie z.B. im Silicon Valley – auszeichnen. In seinem Buch erkundet er die Hauptattribute, welche es COIs ermöglichen, Innovationen in solch einer erstaunlichen Rate hervorzubringen.

Anhand des Silicon Valley sowie 12 weiterer regionaler Cluster (u.a. München, Barcelona, London) werden dazu zuerst die wichtigsten COI-Komponenten benannt sowie deren Rolle bei der Entwicklung des Silicon Valleys untersucht. Auch wird das Verhalten und Zusammenspiel aller Komponenten dargelegt. Zudem unterstreicht Jerry nicht nur die positiven Aspekte der 13 regionalen COIs, sondern geht auch auf deren Hindernisse auf dem Weg zu einem „zweiten Silicon Valley“ ein.

In diesem Kontext zeigt er auf, wie diese Komponenten die Entstehung und Entwicklung eines COI unterstützen können. So liefert er gezielt Strategien und Antworten auf die Frage, wie Firmen, Unternehmer und Venture Capitalists von einem COI profitieren können bzw. am besten in dessen Abwesenheit agieren sollten. Zudem geht er auf die sich stellenden offenen Fragen und Herausforderungen im Zusammenhang mit COIs ein.

 

Auch veröffentlichte er zahlreiche weitere Artikel zum Thema Innovation in akademischen Zeitschriften. In „Accelerating Corporate Innovation: Lessons from the Venture Capital Model“ geht Jerry Engel z.B. der Frage nach, was etablierte Firmen von neuen Venture Capital-Innovationsmodellen lernen können. Diese sind durch eine zunehmende Konvergenz von Unternehmern, Venture Capitalists und schnellem technologischen Wandel gekennzeichnet. Außerdem sucht er nach Werkzeugen, welche ein CTO (Chief Technical Officer) zukünftig benötigt, um disruptive Innovationen in etablierten Unternehmen zu ermöglichen. Hierfür werden die 10 wichtigsten Strategien untersucht, welche gleichsam von Unternehmern und Venture Capitalists angewendet werden, um neue Ideen zu testen und Innovationen zu realisieren.

In „Models of Innovation: STARTUPS AND MATURE COMPANIES“ vergleicht Jerry zusammen mit John Freeman Innovationsprozesse bei Start-Ups sowie etablierten Unternehmen und beschreibt Lösungswege, wie beide Firmenarten die Hindernisse der jeweils anderen überwinden können. Während etablierte Unternehmen durch Disziplin punkten können, welche zur Entwicklung und Markteinführung von Produkten notwendig ist, verfügen Start-Ups über die nötige Kreativität, um technologische Neuerungen für disruptive Geschäftsmodelle zu nutzen. In ihrem Artikel legen die Autoren Wege dar, um diesen Zwiespalt zwischen Disziplin und Kreativität zu lösen. So können auf dem Markt bereits etablierte Unternehmen dem Mangel an Kreativität durch das Schaffen von Geschäftseinheiten, welche unbürokratisch gestaltet sind, entgegenwirken. Start-Ups wird empfohlen, ihren Mangel an Kapital mit Hilfe von Venture Capitalists auszugleichen.

 

Jerry Engel – Vordenker und Anführer der Lean Start-Up Bewegung

Jerry Engel, seit 1991 in Berkeley, hatte früh damit begonnen, führende Praktiker wie Steve Blank aus der freien Wirtschaft in seine Kurse in Berkeley zu integrieren. Deswegen wird Jerry Engel oft als Vordenker des Lean Start-Up Gedankens bezeichnet, welcher später durch Steve Blank und Eric Ries geprägt wurde.

Als Steve Blank 2004 als Investor einer Firma einstieg, wollte er einen der Geschäftsführer, Eric Ries, für seine Kurse in Berkeley zum Thema Customer Development als Vortragenden gewinnen und verknüpfte seine Investorentätigkeit mit dessen Kursengagement. Unter Customer Development versteht man übrigens einen vierstufigen Prozess für Start-Up Unternehmen, um Produkte und Kunden zu entdecken und validieren zu können.

Diese von Steve Blank entwickelte Methode hatte großen Einfluss auf Eric Ries, der im Jahr 2008 mit seinem Bestseller „The Lean Startup: How Today’s Entrepreneurs Use Continuous Innovation to Create Radically Successful Businesses“, den Lean Start-Up Begriff prägte und damit den bis heute andauernden Trend auslöste. Beim Lean Start-Up Ansatz, welcher auf dem Lean Management Gedanken basiert, geht es darum, mit möglichst wenig Kapital und Aufwand einen Produktlaunch zu realisieren und die Prozesse – wie es das Wort „Lean“ bereits vermuten lässt- so schlank wie möglich zu gestalten.

 

Lean Startup through a Magnifying Glass.Das wichtigste Element des Lean Start-Up Ansatzes ist neben einem sehr kurzen Produktlebenszyklus, iterativen Feedbackrunden und stetigen Optimierungen das Kundenfeedback.

Der Fokus hierbei liegt also nicht – wie sonst üblich – auf einer langen Vorabplanung, sondern vielmehr auf „learning by doing“ sowie der fortlaufenden Gewinnung von Erkenntnissen, z.B. bezüglich der Kunden- und Marktbedürfnisse, und der anschließenden Integration dieser Erkenntnisse in den Gesamtprozess.

 

 

Lean Start-Up im Konzern

Der Lean Start-Up Ansatz – speziell an die Anforderungen in Konzernen angepasst – wird von Safari Consulting als „Agile Business Development“ bezeichnet: Ein dynamischer, aber planvoll gestalteter Prozess, geprägt von vielen kleinen, aber schnell durchzuführenden Prozesszyklen.

Diese unterstützen Unternehmen dabei, ein Geschäftsmodell abzubilden, Hypothesen aufzustellen sowie diese rasch und ohne viel Aufwand zu testen und zu optimieren. Eine in den Prozess integrierte Iterationsschleife – von Eric Ries „Pivot“ genannt – verhindert, dass anfänglich falsch getroffene, nicht hinterfragte Hypothesen den späteren Erfolg des Geschäftsmodells gefährden.

 

Wir von Safari Consulting freuen uns, in Zusammenarbeit mit der Frankfurt Business Media (F.A.Z.-Fachverlag), Jerry Engel als international anerkannten Innovations-Experten für Sie nach Deutschland zu holen! Wir sind schon jetzt gespannt auf packende Stories aus dem Silicon Valley und auf seine Einschätzung zu interessanten Themen wie Lean Start-Up und „Innovations@Corporations“. Erfahren Sie mehr über das Event in unserer Broschüre!

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… oder direkt zum Workshop anmelden!

Kann man Kreativität erlernen und damit Innovationen produzieren? Wie das geht? Erfahren sie es hier !

Quellenangaben:

Fotos:

©olly / Fotolia.com

©Rzoog / Fotolia.com

©tashatuvango / Fotolia.com

Text:

Berkeley Research Group: Professionals-Jerry Engel

Berkeley-Haas: Faculty Directory:Jerry-Engel

Monitor Ventures: Managers-Jerry Engel

Steve Blank: Why Startups are Agile and Opportunistic- Pivoting the Business Model

Steve Blank: Entrepreneurship as a Science- The Business Model/Customer Development Stack

The Lean StartUp Methodology: Principles

Gründerszene: Lean StartUP

About Author

Jörg Seppel arbeitet bei Safari Consulting als Berater im Bereich Product Innovation. Hierbei bringt er seine berufliche Erfahrung auf den Gebieten Innovationsmanagement, Strategie und Marketing zum Wohle des Kunden ein. Schon seit seinem internationalen Studium befasst er sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Innovation – insbesondere mit der Frage, wie Unternehmen ihre Innovationspotentiale optimal nutzen und ihre Innovationsfähigkeit nachhaltig verbessern können.

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