Montag, Dezember 18

Für die digitale Transformation Deines Unternehmens brauchst Du nur zwei entscheidende Fähigkeiten

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Immer öfter geistert ja dieses Unwort „digitale Transformation“ herum. Nicht zuletzt auch hier bei uns im Innovationsblog. Doch was sind eigentlich die entscheidenden Fähigkeiten, die man für die digitale Transformation eines Unternehmens braucht? Natürlich gibt es viele Fähigkeiten, die man bei der Umsetzung der Maßnahmen benötigt. Beispiele hierfür sind Agiles Business Development, Customer Insights, Design, Frontend- & Backend-Entwicklung, Growth Hacking & Marketing, Business Intelligence und viele viele mehr. Aber was sind die wirklich entscheidenden Fähigkeiten und Voraussetzungen in der digitalen Transformation?

Digitale Transformation heißt „Verkaufen“

Was ist die Nummer eins Fähigkeit die Unternehmer mit sich bringen müssen? Yep, verkaufen. Wenn Du als Unternehmer nicht in der Lage bist Dich, Dein Team, Dein Unternehmen oder Dein Produkt zu verkaufen, wirst Du schlicht und ergreifend scheitern! Ganz einfach. Pitchst Du vor einem Investor oder einem potentiellen Kunden und kannst nicht gut verkaufen oder bist zu schüchtern, ist die Chance auf den Deal dahin. Punkt.

Genauso ist es auch in der technologischen Metamorphose. Wenn Du dem C-Level Deine digitalen Vorhaben nicht gut verkaufen kannst, wirst Du kein Budget und keine Unterstützung bekommen. Die digitale Transformation bedeutet „Verkaufen“. Das Harte daran ist, Du musst nicht nur gut nach „oben“ verkaufen können, sondern auch nach „unten“ in die Teams, die die notwendigen Maßnahmen umsetzen müssen.

Doch wie verkauft man denn diese technologische Veränderung? Wie überzeugt man die Teams sich zu verändern und neue Wege zu gehen? Aus meiner Sicht hat das viel mit Geschwindigkeit zu tun. Das Arbeiten in zwei Geschwindigkeiten ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Die einen sind schneller, laufen (vielleicht agil) voran. Die anderen sind leicht langsamer, werden aber trotzdem regelmäßig abgeholt.

Die stärksten Verkaufsargumente sind dabei die schnellen und vor allem aber echten (Lern-) Erfolge, die sich einstellen, wenn man einfach mal macht. (Lern-) Erfolge sind die Treiber für alles und zwar in beide Richtungen – nach oben und nach unten.

Auch das „Warum?“ ist in der digitalen Transformation entscheidend

Die Kunden und die Mitarbeiter kaufen nicht „was“ du tust, sondern „warum“ du es tust. So ist es auch in der digitalen Transformation. Denn letztendlich geht es darum die Frage nach dem Sinn des Unternehmens zu beantworten und „warum“ man das Unternehmen eigentlich betreibt. Die digitale Metamorphose muss dieser Leitfrage immer folgen, denn so fällt es den Teams viel leichter sich zu motivieren und vor allem auf die richtigen Maßnahmen zu fokussieren.

Digitale Transformation – The Golden Circle von Apple

Apple macht dies sehr geschickt. Apple verkauft nicht das „Was“, sondern das „Warum“. Das ist auch der Grund warum so viele Kunden von Apple überzeugt sind, obwohl die Produkte nicht immer die Besten oder Schnellsten sind. Das ist aber auch der Grund warum so viele Mitarbeiter stolz sind bei Apple zu arbeiten und es sich nicht vorstellen können bei einem Konkurrent anzuheuern. Apple startet stets mit dem „Warum“ und dies zieht sich durch alle Ebenen und Bereiche des Unternehmens.

Simon Sinek erklärt das Konzept „Start with why“ in seinem TED Talk sehr gut.

Viele Unternehmen, die vor der Herausforderung in der digitalen Transformation stehen, haben sehr oft ihr „Warum“ verloren und machen den Fehler mit dem „Was“ zu starten. So nach dem Motto: Lass uns schnell mal ein digitales Produkt oder eine digitale Plattform aufbauen, dann wird es uns schon retten und wir haben eine tolle Story zu erzählen. Das kann jedoch jeder und führt meistens nicht zum gewünschten Erfolg. Die Bemühungen sind am Ende oft zu teuer oder führen dazu, dass das Unternehmen langfristig nicht existieren sowie in der Gesellschaft keinen Wert hinterlassen wird.

Wenn Du dem C-Level Deine digitalen Vorhaben „verkaufen“ willst, orientiere Dich zu allererst am „Warum“ und nicht am „Was“, dann fällt das machen viel leichter.

Digitale Transformation heißt „Machen“

Es ist also nicht so sehr entscheidend was man alles über den digitalen heißen Scheiß weiß, sondern was man davon konkret und clever im Kontext des „Warums“ in die Tat umsetzt. In den C-Level-Ebenen, die sich mit der digitalen Transformation beschäftigen (wenn überhaupt), wird viel diskutiert, Folien gepinselt, gemeetet, Exkursionsreisen unternommen und viel Politik betrieben. Doch wo sind die Macher, die digitalen „Intrapreneure“, die auch wirklich was in einem Unternehmen bewegen wollen?

Die digitalen Intrapreneure sterben in unserer Corporate-Welt leider so langsam aus, denn machen heißt Verantwortung zu übernehmen und zwar für Pläne, die nicht immer vollständig kalkulierbar oder nicht immer komplett vorhersehbar sind. Machen heißt auch gezielte und wenn möglich messbare Risiken eingehen zu wollen. Maßnahmen die auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen zu testen, zu verproben und Pläne stetig neu zu hinterfragen.

Das „Warum“ ist auch für eine Digital Unit entscheidend

Ob durch den Einsatz eines Red Teams oder einer sehr gut aufgestellten Digital Unit. Das digitale Team muss die Erlaubnis von „oben“ bekommen in jeden noch so kleinen Winkel der Digitalstrategie oder digitalen Prozesse eines Unternehmens vordringen zu dürfen – und zwar ohne Kompromisse.

Digitale Transformation – The Golden Circle einer Digital Unit

Dabei ist die Digital Unit eines Unternehmens oft eine helfende Hand. Wie würde das Konzept „The Golden Circle“ einer Digital Unit aussehen? Hier ein Vorschlag…

Warum?

Bei allem, was wir als Team tun, glauben wir daran, anderen zu helfen und zu bewirken, dass sie in dem was sie tun besser werden.

Wie?

Wir helfen anderen durch:

  • Unsere Teamkultur
  • Unsere agile Arbeitsweise
  • Unseren Einsatz von intelligenten Prozessen, Systemen & Tools
  • Unsere Motivation nach vorne zu arbeiten
  • Wir helfen anderen erstaunliches zu leisten.

Was?

Wir schaffen rundum Lösungen und Produkte für verschiedene Projekte und Bereiche und orientieren uns dabei immer am Warum.

Wenn sich die Teams also an einem klaren „Warum“ orientieren können und ihre Jobs einfach so gut wie möglich machen, dann werden sich dadurch weitere Möglichkeiten eröffnen und Türen auftun, von denen man nie zu träumen gewagt hätte. Und das ist allemal besser als nur herumzusitzen und auf die große Eingebung zur digitalen Transformation zu warten.

 

About Author

Andreas Pihan hat langjährige Erfahrungen in den Bereichen Asset Management, Privatbanken und in der Verlagsbranche. Ganz besonders interessiert er sich für den Aufbau, die Validierung und die Realisierung von neuen digitalen Geschäftsmodellen sowie für neuartige Content-Marketing-Strategien.

Zudem gibt er Produkt-Positionierungs-Trainings und ist Autor von verschiedensten Publikationen zu Themen wie z.B. iBeacon, IoT und User Stories.

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