Dienstag, November 21

Auch dieses Jahr war mein persönliches Schmankerl auf der Internet World 2016 der Vortrag über die digitalen Trends der Zukunft. Vor knapp einem Jahr konntet ihr bereits die Digital Consumer Trends 2015 nachlesen – dieses Jahr geht die Reise weiter in die Zukunft ins Jahr 2020. Welche digitalen Trends Euch erwarten, hat Nils Müller von Trendone in einer mitreißenden Keynote auf der Internet World 2016 erzählt. Drei spannende Trends aus dem Vortrag habe ich in diesem Artikel zusammengefasst:

 

Trend 1: Shy-Tech

Der digitale Trend ShyTech steht im Gegenzug zu High-Tech für eine Technologie die kaum mehr wahrnehmbar, sondern einfach da ist. Du kannst Funktionen durch Sprachsteuerung, Gestik oder Gedanken steuern – es ist eine nahtlose Vernetzung von intelligenten Technologien, die miteinander und mit Dir interagieren. Du musst Dich nicht weiter an die Technologie anpassen, sondern sie passt sich an uns an. Klingt das nicht super?


Amazon Echo

Ein bereits etabliertes Beispiel ist Amazon Echo: Das Gadget ähnelt einem Lautsprecher und hört alles mit, was Du so von Dir gibst. Ach nein, „Alexa“ (alias amazon) hört natürlich nur mit, wenn man Ihren Namen ruft. Alexa gibt uns jede Information, die du gerne wissen möchtest und hilft dir wo sie nur kann. Du bestimmst wann Alexa redet und wann nicht. Und nein liebe Männer: Alexa ist ein Roboter – auf die Frau im echten Leben ist diese Technologie nicht übertragbar. Aber wie die Frau im echten Leben, ist Alexa ein Allround-Talent: Sie leitet Dich beim Kochen an, erinnert Dich an Deine Termine, spielt auf Abruf Deine Lieblingslieder ab oder bespaßt Kinder mit Hörbüchern.


Real-time translation

Mit der Real-time translation bist du von nun an multilingual unterwegs. Neben einem Fitness Tracker und einem Health Monitor, sollen die inEar Headphones „The Dash“von Bragi zukünftig auch eine real-time Übersetzung ermöglichen.

Wie das die real-time Translation funktioniert und sogar noch beim Dating behilflich sein kann, siehst Du hier:

 

 

 

Trend 2: Seamless Commerce

“Seamless eCommerce”, auch bekannt unter Omni Channel, ist zwar kein brandneuer Trend, jedoch ein Trend, der sich weiterentwickelt hat und ganz neue Möglichkeiten der nahtlosen Vernetzung aller Channels und Customer Experience ermöglicht.

Mit folgendem Szenario möchte ich Dir kurz erklären, wie Du dank „Seamless Commerce“ schon bald Deine Einkäufe abwickeln kannst: Es ist wieder so weit und der Wocheneinkauf steht an. Wie gewohnt fährst Du direkt nach der Arbeit zu einem Supermarkt, der auf Deinem Heimweg liegt und kaufst frisches Obst und Gemüse ein. Eigentlich würdest du auch gerne einen Kasten Bier und Limo kaufen, aber auf die Tragerei in den 4. Stock hast Du überhaupt keine Lust. Nachdem du deine Einkaufstüten im Auto abgeladen hast, holst Du Dein Smartphone raus und bestellst via App Deine Getränke nach Hause. Nach dem du es so bequem wie einfach haben möchtest, versendest Du einfach das Bier- und Limo-Emoji über die App und fertig ist die Bestellung. Noch am selben Abend werden Dir Deine Getränke über einen Uber Fahrer ausgeliefert.

Emojis Shopping App

Credit: gadgets.ndtv.com

 

Die Shopping App mit Emojis wurde bereits Ende 2015 in Kooperation mit einer indischen Einkaufskette gelauncht. Die App des Anbieters Divum Labs Pvt Ltd gibt außerdem persönliche Einkaufsempfehlungen anhand der gesammelten Daten und die Einkaufsliste lässt sich mit mehreren Personen teilen.

 

Deliver Everywhere

Die Lieferung mit Uber ist zwar aktuell noch nicht in Verbindung mit der Emoji Shopping App möglich, allerdings hat Uber in den USA seinen Service bereits mit „On Demand Delivery“ erweitert: Uber Rush 

Lieferungen werden on demand über die Uber Infrastruktur abgeholt und verteilt. Der Fahrer holt die angeforderte Lieferung ab und bringt Sie umgehend zu der gewünschten Location. Damit hat nicht nur Uber sein Produktportfolio erweitert, sondern bietet auch Restaurants, Stores u.v.m. eine neue Infrastruktur, über die sie Lieferungen an Kunden on demand ermöglichen können.

 

 

Neben Uber gab es auch bereits einen ersten Testpiloten mit einem lokalen „On Demand Delivery Robot“ von Starship Technnologies, der in Greenwhich, London durchgeführt wurde. Scheint mir aber eher im Schneckentempo unterwegs zu sein…

 

 

 

Trend 3: Smart Everything

Von „smart phones“ zu „smart everthing“. Egal ob physisch oder digital – in der Zukunft werden alle Geräte miteinander vernetzt und im Austausch sein. Digitale Trends wie Machine-to-Machine (M2M) communication, IoT und digitale Sensoren sind Technologien, die Du zukünftig in all Deinen Geräten wiederfinden wirst und die Dir das Leben umso bequemer machen sollen (Quelle: http://allthingsck.com/internet-of-things).

Filme haben es ja schon fast prophezeit – seien es Roboter mit künstlicher Intelligenz wie in iRobot, oder Teddybären wie TED, mit denen Du dich unterhalten kannst. Anstelle von Ted gibt’s aktuell die sprechende Hello Barbie von Mattel.

Die wohl faszinierendste Innovation ist der IBM Watson. Der Supercomputer wird derzeit von IBM gebaut und stetig für jegliche Zwecke weiterentwickelt, sei es im Bereich Healthcare, Education oder Retail. Der Roboter ist der Inbegriff von künstlicher Intelligenz, die aufgrund von einer riesigen Datenmenge geschaffen wird. Zwei Einsatz-Beispiele habe ich für euch rausgesucht:

 

IBM Watson Health Cloud

Die App – die auf eine Cloud voller Daten zugreift – soll Dir dabei helfen gesund zu bleiben und Ärzten verhelfen bessere Diagnosen und Behandlungen zu stellen. Die „Watson Health Cloud“ speichert alle Deine Gesundheitsdaten und die Deiner Familie. Diese Daten werden dann anonym in eine riesige Datenbank eingespielt, in der irgendwann alle Gesundheitsdaten der Menschheit gesammelt werden sollen. Die daraus entstehenden Datenmengen werden in ein Ecosystem eingespielt auf das Forscher, Doktoren, Patienten und Krankenversicherungen zugreifen können. Durch die Menge an Daten kann die „intelligente“ App deine Gesundheitsdaten mit denen anderer vergleichen und dir Empfehlungen zur Verbesserung/ Aufrechterhaltung Deiner Gesundheit geben. Ebenso tragen die Daten natürlich einen großen Beitrag zur medizinischen Forschung bei.

 

 

Der Supercomputer Watson wird aber nicht nur im Bereich Healthcare eingesetzt, sondern zum Beispiel auch in der Hotellerie als Ersatz „Mensch“. Ein erster Pilot läuft bereits mit dem Hilton Hotel in Virginia – dort hilft dir gerne Concierge Watson weiter.

 

 

Neben dem – im Vergleich kompakten – Testpilot von Hilton, geht Japan gleich in die Vollen: Das Personal des The Robotic Hotel Huis Ten Bosch in Japan, besteht nur aus Robotern. Meiner Meinung nach gleicht es eher einem Gruselkabinett (der Dino für die Kids, macht es nicht besser).

 

(Credit: Henn-na Hotel)

(Credit: Henn-na Hotel)

(Credit: Henn-na Hotel)

(Credit: Henn-na Hotel)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was kommt da auf uns zu?

Von digitalen Trends wie 3D Printing, Augmented Reality, Virtualization etc. habe ich in diesem Beitrag gar nicht erst gesprochen. Die genannten Beispiele sind natürlich nur ein winziger Ausschnitt von dem, was da auf uns zu kommt. Mit Faszination und Neugier beobachte ich die Fortschritte der Technologien und die positiven Effekte auf Forschung und Effizienz. Zugleich aber auch mit Skepsis dem gegenüber, was aus sozialer Interaktion und Lernen passiert:

Werden unsere Nachkommen aufgrund von real-time Übersetzung keine Sprachen mehr lernen? Reden wir zukünftig nur noch mit Robotern? Spielen Kinder zukünftig mit elektronischen Teddybären anstelle von Freunden? Lernen Sie die Weisheiten des Lebens nicht mehr von uns, sondern von “Watson dem Supercomputer”? …. Wie ist Deine Meinung dazu?

About Author

Nicole Vehns verfügt über fundierte Marketing Kenntnisse insbesondere in der Medienbranche. Mit Ihrer kreativen und zugleich analytischen Arbeitsweise, setzt sie Marketingkampagnen erfolgreich in die Realität um. Ihre Aufgabengebiete erstrecken sich von der Planung, zur Umsetzung und Optimierung von cross-medialen Marketingkampagnen. Durch die Konzeption, Ausführung und Auswertung quantitativer und qualitativer Studien hat Sie ein feines Gespür für die Anforderungen der Endkunden entwickelt und nimmt stets die Perspektive der Zielgruppe ein.