Freitag, Oktober 20

Innovation, Digitalisierung, Paradigmenwechsel und „XYZ“ 4.0 sind heutzutage Inhalt jeder Konferenz und jedes Strategie-Papers von kleinen bis großen Unternehmen. Endlich ist das Thema angekommen und die Leute befassen sich wirklich mit dem Morgen.
 
Könnte man meinen – schauen wir uns doch die einzelnen Bestandteile genauer an:

• Innovation: Reduzierung häufig auf Accelerator-Programme und die Inklusion von Startups in Unternehmen, was meist eher schlecht als recht funktioniert.

• Digitalisierung: Wird meist auf die umfangreicheren technologischen Möglichkeiten reduziert und kaum in ihrer ganzheitlichen Dimension betrachtet

• „XYZ“ 4.0: Ob es Industrie, Logistik oder Arbeitswelt 4.0 sind. Fast alle eint das Problem eines Zielbildes ohne konkrete Anwendungsfälle für die totale Vernetzung und somit ohne konkreten Umsetzungsplan.
 
Als Antwort auf die Frage werden häufig Startups angesprochen: Startup können helfen – man muss von Startups lernen – man muss genauso schnell sein wie Startups – man muss die Methoden der Startups nutzen.

Das Problem daran ist, dass reife Unternehmen keine Startups sind und andere Strukturen vorfinden, die „Copy-Paste“ nicht möglich machen. Konzerne und Mittelstand funktionieren einfach anders als Startups. Konzerne sind langsamer, weniger agil und haben oft Probleme Innovationen zu realisieren. Sie agieren anhand von fest vorgeschriebenen Regeln und haben oft Probleme damit, mutig neue Wege einzuschlagen. Einen neuen Weg schlägt dabei Safari mit ihrem Lean Fast Track ein – dieses Programm habe ich mir einmal näher angeschaut.

Safari hat es sich zum Ziel gesetzt, das Lean Startup Prinzip in Konzerne zu bringen. Dabei gibt das Lean Fast Track Konzept den Konzernen ein festes Konstrukt mit gewissen Regeln, aber auch Freiräumen. Diese Rahmenbedingungen helfen dabei den „Startup-Geist“ in etablierte Unternehmen zu bringen und die Innovationskraft zu stärken, um schnell Innovationen umsetzen zu können. Um mehr über das Innovationsprogramm von Safari zu erfahren, habe ich Thomas Sontheim von Safari interviewt.
 
Wieso können Startups so schnell Innovationen realisieren?
Safari: „Die radikalen Innovationsmethoden von Startups sind darauf ausgelegt, schnell Entscheidungen zu treffen und rasant neue Richtungen einzuschlagen. Genau dabei tun sich Konzerne aber schwer. Das Lean Fast Track Konzept hat es sich zur Aufgabe gesetzt kreatives Chaos zu strukturieren und radikale und kundenzentrische Innovationen zu etablieren – ganz nach dem Lean Startup Ansatz. Das wichtigste Element des Lean Start-Up Ansatzes ist neben einem sehr kurzen Produktlebenszyklus, iterativen Feedbackrunden und stetigen Optimierungen das Kundenfeedback.
Der Fokus hierbei liegt also nicht – wie sonst üblich – auf einer langen Vorabplanung, sondern vielmehr auf „learning by doing“ sowie der fortlaufenden Gewinnung von Erkenntnissen, z.B. bezüglich der Kunden- und Marktbedürfnisse, und der anschließenden Integration dieser Erkenntnisse in den Gesamtprozess.“
 

„Lean Fast Track ist ein systematisch am Markt ausgerichtetes Innovationsprogramm, das innerhalb von nur 6 Wochen ermöglicht, starre Strukturen zu lockern und dadurch mit hoher Geschwindigkeit Innovationen realisiert.“

 
Wie kamt ihr zu diesem Denken, wie kam es zu „Lean Fast Track“?
Safari: „Das Konzept zu Lean Fast Track wird seit Ende 2014 stetig weiterentwickelt. Dazu haben wir uns tagelang intern zusammengesetzt, um die Lean Startup Elemente zu identifizieren, die man auf Konzernebene übertragen kann. Kombiniert haben wir diese Elemente mit unseren Erfahrungen aus 17 Jahren kundennaher Beratungs-Expertise und Produktmanagement. Das Ziel dabei war, das Lean Startup Programm so zu gestalten, um damit die zwei Welten Konzerne und Startups miteinander zu vereinen. Gemäß den agilen Prinzipien des Lean Startup Ansatzes haben wir unseren Lean Fast Track stets kundenorientiert getestet und iterativ verbessert, um unsere bisherigen Thesen und Erkenntnisse auch realitätsnah zu validieren. Dabei haben wir anhand von MVPs (Minimum Viable Products) den Lean Fast Track Prototypen entwickelt. Seit dem Launch 2014 haben wir den Lean Fast Track iterativ weiterentwickelt und neue Erkenntnisse und Kundenfeedback mit in das Programm einfließen lassen.
 
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Dabei haben wir alle unsere Beratungs- und Marktexpertise vereint, um ein bestmögliches Innovationsprogramm für Konzerne und Mittelstand zu entwickeln. Diesen aktuellen Stand haben wir auf der neuen Webseite von Lean Fast Track kurz und übersichtlich aufbereitet und erklärt: www.leanfasttrack.de
 
Auch wir haben während der Entwicklung von Lean Fast Track viel gelernt und uns agil vom MVP zum fertigen Konzept hin weiterentwickelt, indem wir Veränderungen auf dem Markt mit eingebaut und sehr viel Feedback berücksichtigt haben.
Wir haben gelernt, Safari selbst agil zu gestalten. Dabei arbeiten wir im Unternehmen selbst mit agilen Methoden wie Scrum und Kanban, und konnten dadurch unsere Produktivität spürbar und nachhaltig stärken. Uns selbst agil zu organisieren stärkt dabei natürlich auch die Expertise den Lean Startup Charakter noch tiefer zu verstehen. Dieses holistische Verständnis von Agilität, das über agiles Projektmanagement und Produktmanagement hinausgeht, hilft uns dabei, agiles Management auch über eben diese „Grenzen von Agilität“ hinaus weiter zu geben.“

Im Gespräch mit Thomas konnte ich zudem erfahren, dass auch der Launch der neuen Lean Fast Track Webseite gemäß der eigens auferlegten agilen Prinzipien stattfand. Innerhalb von nur wenigen Tagen wurde die Seite inhaltlich komplett überarbeitet und technisch auf den neusten Stand gebracht. Safari will sich mit dem eigenen Programm auch weiterhin agil weiterentwickeln, um weiterhin so kundenorientiert und so marktorientiert wie möglich Innovationen mit Konzernen realisieren zu können.

About Author

Neben einem abgeschlossenem Bachelor-Studium der BWL mit Schwerpunkt Innovationsmanagement konnte Christoph Kornstädt bereits umfassende Praxiserfahrungen im Bereich Business Development Marketing, PR und Web-Development in mehreren Unternehmen im In- & Ausland sammeln. Dieses Know-how setzt er nun bei Safari ein und unterstützt die Teams im Bereich Business Model Innovation und Content Marketing. Sein Masterstudium in International Business Studies schloß er mit einer sehr erfolgreichen Masterarbeit über die Übertragung von agilem Management auf Organisationsstrukturen ab.

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