Corporate Startup Award Gewinner 2016 – Drägerwerk AG & Co. KGaA

Der Gewinner des Corporate Startup Award in der Kategorie Bestes Corporate Intrapreneurship ist die Drägerwerk AG & Co. KGaA. In einem Interview erläutern uns Sönke Klose, der Global Innovation Manager bei Dräger und Jasmin Tandler ihr interessantes Innovationsprojekt und geben hilfreiche Ratschläge für Unternehmen. Herzlichen Glückwunsch an Dräger zum Gewinn des Preises in der Kategorie „Bestes Corporate Intrapreneurship“! Wie fühlt man sich als Gewinner?

Super. Für uns ist es auf jeden Fall eine Bestätigung des ganzen Programmes und der vielen Arbeit die man investiert hat.

 

Erzählt uns doch mal was Ihr macht: Was steckt hinter dem Projekt?

Wir haben bei uns das Kickbox-Programm gestartet. Das ist ein Programm für das Ideenmanagement. Jeder Mitarbeiter der eine gute Idee hat, bekommt quasi ein „Starterkit“ an die Hand, das ihn zum Geschäftsführer seiner eigenen Idee macht. Daraus ist bei uns ein Projekt entstanden, bei dem letztendlich über 120 Mitarbeiter Ideen eingereicht und diese Box bekommen haben. Denn diese Box ist tatsächlich eine physische Box. Am Ende haben im Rahmen eines Sharktanks 19 Mitarbeiter ihre Ideen vorgestellt, aus denen sechs Projekte entstanden sind, die wir auch weiterhin verfolgen.

Was ist die Kickbox?

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Die Kickbox ist neuartiger Innovationsprozess,
den Adobe als Open-Source zur freien Verfügung veröffentlich hat. Sie hilft Innovationskraft und -Geschwindigkeit innerhalb einer Organisation zu verbessern und bietet Tools die Mitarbeiter dabei unterstützen eigene Ideen zu entwickeln. Anhand von sechs Schritten (Inception, Ideate, Improve, Investigate, Iterate und Infiltrate) leitet die Kickbox die Innovatoren von der Entwicklung bis hin zum Pitch ihrer Idee.

Mehr Informationen: https://kickbox.adobe.com/

 

Wie kam euch die Idee für diese Box?

Die Idee und der Hinweis, dass es so etwas gibt kam ursprünglich aus der Organisation heraus. Die Firma Adobe, die Entwickler dieses Open Source-Programmes, sind da sehr freizügig. Wir haben es uns angeschaut und fanden cool, dass es ein fertiges Programm ist. Die Grundelemente waren vorhanden, dennoch ist sehr viel Arbeit in die Aufgabe geflossen, es auf Dräger anzupassen.

Was ist euer Erfolgsgeheimnis?

Ich würde sagen: Passion.
Zwar ist das nur wieder so ein Buzzword, aber ich glaube sehr stark daran. Denn alles was man aus Überzeugung macht und den Leuten vermitteln will muss authentisch und ehrlich sein. Von daher denke ich: Passion war unsere Überzeugung.

 

Was war das größte Aha-Erlebnis?

Die Mitarbeiter selbst sind die Innovatoren. Denn Innovation ist nicht die Aufgabe einer einzelnen Funktion, sondern jeder Mitarbeiter ist selbst der größte Teil einer Innovation. Deshalb gibt es in unserer Garage, dem Headquarter auf unserem Campus keine festen Rollen und Funktionen. Wir sagen immer: Das könnt ihr am Eingang abgeben. Alles was ihr mitbringen müsst, ist eure Überzeugung und eure Persönlichkeit.

 

Wie geht es weiter, nachdem das Projekt so erfolgreich war?

Erst einmal wollen wir die ausgewählten Kickboxes realisieren, die den Sharktank überstanden haben. Dabei sind wir noch stark im Mentoring unterwegs, da zunächst natürlich die operativen Dinge zu lösen sind. Wir als Medizin- und Sicherheitstechnikunternehmen haben natürlich viele Regularien zu erfüllen und da gilt es natürlich die Geschwindigkeit aus der Kickbox beizubehalten. Dafür definieren wir eine Fastlane und stellen die Frage: Wie können wir weitergehen ohne in den Standardprozess zu verfallen?

Und darüber hinaus haben wir das Innovationsmanagement, das natürlich viel mehr ist als nur eine Kickbox und das Ideenmanagement. Auf unserer Agenda haben wir Themen wie Managementinnovation, Unternehmens- und Innovationskultur. Auch Open Innovation ist ein riesiges Feld, dass ich sehe, wenn ich in die Zukunft schaue.

 

Welche Ratschläge könnt ihr Mitarbeitern geben die sich kreativ in die Ideenentwicklung einbringen wollen?

Anders sein, oder vielmehr sich auf seine Stärken zu berufen. Es gibt unterschiedliche Leute, mit unterschiedlichen Skills und das ist gut so. Es gibt Hipster, Hacker und Hustler und jeder hat seine Stärken. Ein Hipster greift täglich nach Sternen, nach Moonshots und Ideen. Er sprüht vor Ideen und Kreativität. Ein Hacker hingegen braucht um kreativ zu sein einen klaren Auftrag mit dem entsprechenden Lastenheft und ein Hustler will auf die Bühne und das Ding an den Kunden bringen. Jeder ist wichtig.
Daher sollte jeder Mitarbeiter lieber seine Stärken einbringen, als zu versuchen seine Schwächen zu verbessern.

 

Und welchen Ratschlag habt ihr für andere Unternehmen, wenn es darum geht Entrepreneurship zu fördern?

Da können wir dieses typische Innovationstheater zitieren, das finden wir ganz gut: Versucht nicht Google zu sein, versucht Corporate zu bleiben. Agiert aus dem Bauchgefühl.

Intuition ist wichtig. Vergesst die Theorie ein bisschen.
Anstatt zu sagen „Habt ihr dieses Interview schon gelesen?“ oder „Kennt ihr die Theorie? Das ist doch cool! Das müssen wir machen!“ sollten sie sich mehr auf ihr Bauchgefühl verlassen.
Das ist besser als auswendig zu lernen und Theorien zu zitieren, denn letztendlich muss es immer auch zur eigenen Company passen.

 

Super! Vielen Dank für das Interview!

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Sönke Klose spricht auch auf dem CORPORATE INCUBATION & ACCELERATION SUMMIT 2017 im Februar in Berlin.

http://www.coinaac.com

Christoph Kornstaedt

Neben einem abgeschlossenem Bachelor-Studium der BWL mit Schwerpunkt Innovationsmanagement konnte Christoph Kornstädt bereits umfassende Praxiserfahrungen im Bereich Business Development Marketing, PR und Web-Development in mehreren Unternehmen im In- & Ausland sammeln. Dieses Know-how setzt er nun bei Safari ein und unterstützt die Teams im Bereich Business Model Innovation und Content Marketing. Sein Masterstudium in International Business Studies schließt er derzeit mit seiner Masterarbeit zur Bewertung und Entwicklung von innovativen Geschäftsmodellen ab.