Corporate Startup Award Gewinner 2016 – Mission Control

Der Gewinner des Corporate Startup Award in der Kategorie „Bestes Corporate Startup“ ist Mission Control. In einem Interview erläutert uns Michael Jäger das Projekt und berichtet von seinen Erfahrungen aus der Zusammenarbeit von Corporate und Startup.

 

Herzlichen Glückwunsch an Mission Control für den Award in der Kategorie  „Bestes Corporate Startup“.

Vielen, Vielen Dank. Das ist schön.

 

Wie fühlt es sich an für den Award ausgewählt zu sein?

Wunderbar! Wir freuen uns sehr. Ich hab gerade schon mit meinem Team gesprochen, die sind richtig happy. Sie haben sehr viel Arbeit in unser Projekt gesteckt, sind höchstmotiviert und für uns ist das natürlich eine sehr, sehr große Belohnung und dafür lohnt es sich morgens aufzustehen.

 

 

Erzähl doch erst einmal was Mission Control macht?

Mission Control ist ein persönlicher Reise-Assistent für Businesstravel. Das heißt, dass wir uns auf die gesamte Reiseabwicklung für Businesses und KMU-Businesses fokussieren. Wir kümmern uns vor der Reise um den gesamten Buchungsprozess, suchen Reisen raus und während der Reise sind wir stets zur Seite und geben Support. Also wir kümmern uns um die Umbuchungen, checken unsere Kunden ein, kümmern uns um jegliche Probleme und nach der Reise speichern wir alle Rechnungen in einem System, um die Reisekostenabrechnung strukturiert darzustellen.

Zwar machen wir die Reisekostenabrechnung selbst, aber wir strukturieren sie. Und das Besondere an uns ist: Wir sind nur chatbasiert. Das heißt, dass wir 24 Stunden, 7 Tage die Woche über SMS und Email erreichbar sind und immer innerhalb von 60 Sekunden auf jegliche Anfragen antworten, damit unsere Kunden immer das Gefühl haben, dass wir ständig für sie da sind und uns um sie kümmern.

 

Was macht euer Unternehmenskonzept so erfolgreich?

Ich glaube vor allem die Geschwindigkeit und der Servicelevel. Für unsere Mitbewerber ist es eine große Herausforderung, dem Kunden so einen schnellen Service bieten zu können. Meistens ist der Service nur telefonbasiert. Das heißt, es hält den Kunden und den Mitarbeiter im konstantem, bilateralem Gespräch. Oft muss man Sachen nachfragen und in der schriftlichen Kommunikation muss der Kunde sich nicht voll konzentrieren und auf uns warten. Er stellt uns eine Anfrage, wir kümmern uns um das Problem und kommen dann mit einer Lösung zurück. Und diese Schnelligkeit mit der wir antworten, ist natürlich auch besonders, weil unsere Kunden das nicht gewöhnt sind. Das ist das häufigste Feedback, dass wir immer so unglaublich schnell sind mit unseren Sachen.

 

Was ist das Erfolgskonzept von eurem Team?

Wir haben ein sehr ausgewähltes Team. Das heißt, wir haben sehr viel Wert darauf gelegt, die richtigen Leute anzustellen – auf der einen Seite natürlich mit Expertise in den verschiedenen Abteilungen oder Bereichen, auf der anderen Seite, dass sie gut miteinander umgehen und kommunizieren können. Wenn sie sich mögen, vom gleichen Schlag sind und Lust haben etwas zu bauen, etwas zu entwickeln – dann hat das wirklich einen Impact. Auf der einen Seite natürlich als Firma, aber auf der anderen Seite können wir auch unserem Mutterunternehmen Lufthansa etwas zurückgeben und sagen: „Guck mal, wir können hier etwas generieren, das wirklich den Unterschied macht“.

 

Welche Vorteile bietet es der Lufthansa die Mutterrolle zu überlassen?

Der große Vorteil ist natürlich das Wachstum. Auf der einen Seite hat die Lufthansa unglaublich viele Kunden über ihre Tochtergesellschaften und dieser Vorteil ist enorm. Über die Tochtergesellschaften haben wir Zugang zu über 60.000 B2B Clients, über 1 Mio. Business-Travelern – und das ist das Ziel. Sozusagen, dass unser Produkt über die Tochtergesellschaften vertrieben wird, damit wir ein exponentiell wachsen können, was sonst eigentlich niemand kann. Deswegen ist es so unglaublich spannend mit einem Corporate zu gründen. Auf der einen Seite lässt dich der Konzern alleine gründen, bietet dir die Schnelligkeit, du bist agil. Auf der anderen Seite gibt er dir Zugang zu den richtigen Kundengruppen und das ist natürlich der spannende Punkt.

 

Wo geht die Reise hin?

Wir wollen uns recht schnell entwickeln. In dem Bereich, dass wir auch für KMU-Businesses ein wirklicher Dienstleister sind, die gesamte Reiseabwicklung, die gesamte Reisebuchung und die Reiseprozesse in einer Firma darstellen können. So, dass die Reisenden auf der einen Seite individuell reisen können und die Firmen auf der anderen Seite in Echtzeit kompletten Überblick über unser Produkt haben. Das heißt, dass sie einen Analytics-Teil haben, wo alle Reisekosten nach Verticals aufgelistet sind. Damit wollen wir schnell wachsen. Wir fokussieren uns gerade auf den DACH-Bereich, werden uns in der Zukunft aber recht schnell Richtung Europa entwickeln und der nächste Markt sind dann die USA.

 

Was kannst du anderen Corporates empfehlen?

Es ist meiner Meinung nach sehr wichtig, dass man das Startup oder das Projekt erst einmal alleine machen lässt. Zu viele Entscheidungen, bei denen der Konzern mitsprechen will, obwohl er vielleicht von der Firmengründung nicht die große Expertise hat. Die Gründer müssen sich alleine entwickeln, das Startup muss agil bleiben, damit es schnell reagieren kann und auf der anderen Seite natürlich den Vorteil des Corporates nutzen kann: Deren Kundensegmente, deren Wissen über die Kunden und den Zugang zu eben diesen. Zudem glaube ich, dass es sehr wichtig ist, Zeiträume ein bisschen zu dehnen.
 
Man kann keine Firma in sechs Monaten oder gar in zwei Monaten aufbauen. Man muss in Hinblick auf die Finanzierung zwei- oder drei-Jahrespläne machen. Nur so kann sich das Produkt auch entwickeln und einen tatsächlichen Impact für die Firma haben. Große Corporates wie die Lufthansa haben natürlich Tochtergesellschaften, die enorme Umsätze machen. Im Vergleich dazu ist ein Startup, dass vielleicht ein Jahr existiert, umsatztechnisch gar nicht relevant. Das müssen Corporates natürlich lernen. Firmen müssen sich auch entwickeln und das braucht natürlich Zeit. Die Corporates haben diese Zeit auch gebraucht, nur vielleicht 50 oder 100 Jahre zuvor. Genau diese Freiheit brauchen Startups nunmal heutzutage auch.

 

Was war dein größtes „Aha-Erlebnis?“

Das war sehr spannend. Ich habe zuvor schon einmal eine Firma aus der Medienbranche gegründet. Was bei der Lufthansa sehr viel Spaß macht, ist, dass man mit den Tochtergesellschaften sehr offen diskutieren kann und vieles von ihnen lernt. Natürlich muss man dabei sehr auf deren Kunden aufpassen, aber man wird gut an die Hand genommen, was sehr angenehm ist.

Dadurch sehen wir, dass wir mit der Lufthansa sehr sinnvolle Firmen gründen können und damit einen wirklichen Impact haben können – und dabei die ganzen Annehmlichkeiten der Lufthansa nutzen können. Anfangs war ich dabei sehr skeptisch, vornehmlich durch meine bisherigen Erfahrungen mit anderen Corporates. Ich hatte Erfahrungen mit schwierigen Finanzierungen, die keinen wirklichen Zugang zu Kunden bekamen. Dabei wurden wir von Anfang an wie externe Firmen behandelt. Das ist hier wirklich ganz anders und das ist einfach nur wunderschön.

 

Dann weiterhin viel Erfolg und vielen Dank für das Interview!

Vielen Dank

Christoph Kornstaedt

Neben einem abgeschlossenem Bachelor-Studium der BWL mit Schwerpunkt Innovationsmanagement konnte Christoph Kornstädt bereits umfassende Praxiserfahrungen im Bereich Business Development Marketing, PR und Web-Development in mehreren Unternehmen im In- & Ausland sammeln. Dieses Know-how setzt er nun bei Safari ein und unterstützt die Teams im Bereich Business Model Innovation und Content Marketing. Sein Masterstudium in International Business Studies schließt er derzeit mit seiner Masterarbeit zur Bewertung und Entwicklung von innovativen Geschäftsmodellen ab.