Freitag, Oktober 20

Um uns anzusehen, wie Corporate Innovationen in einem der größten Medienhäuser Deutschlands abläuft, haben wir uns das Corporate Innovation Lab, das Burda Bootcamp, des Burda Konzerns in den vergangenen Wochen einmal näher angeschaut und konnten interessante Einsichten bekommen, wie innovative Grundkonzepte innerhalb des Medienkonzerns von der Idee bis zum Prototypen ausgebaut werden.

Zu allererst sollte aber geklärt werden: Was ist Innovation? Innovation ist der Vorgang, dass durch Anwendung neuer Verfahren und die Einführung neuer Techniken ein Bereich erneuert und auf den neuesten Stand gebracht wird. Neue Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren sind aber erst dann wirklich innovativ, wenn sie auch tatsächlich erfolgreich Anwendung finden, sich im Markt durchsetzen und wirtschaftlich sind.
 
Burda Bootcamp Corporate Innovation
 
Um Corporate Innovation innerhalb vom Konzernen hervorzubringen gibt es daher in der Regel meist zwei Wege. Entweder werden Ideen extern eingekauft (z.B. durch Übernahmen von anderen Unternehmen/Startups) oder intrinsisch selbst produziert (durch Corporate Innovation Labs). Eine Mischung aus beidem sieht man oft bei großen Banken, die immer öfter Accelerator Programme aufbauen, in denen Startups mit dem Konzern zusammen an Innovationen arbeiten, die aber oft konzernintern verarbeitet werden.

Bei Burda und dessen Burda Bootcamp handelt es sich um ein intrinsisches Programm, das Ideen der eigenen Marken innerhalb kürzester Zeit im Burda Bootcamp zu fertigen Prototypen entwickelt. Daher ist es vor allem wichtig, dass die Ideen der eigenen Marken „Bootcamp kompatibel“ sind, das heißt, dass die Idee innerhalb kurzer Zeit bearbeitet werden kann, was vor allem das Zeitmanagement mancher Marken sehr beansprucht. Daher ist Kommunikation das A und O, nicht nur bei der Abstimmung der Erwartungen der Markenteilnehmer, sondern vor allem auch im Sinne kontinuierlicher und rascher Verständigung mit dem Bootcamp. Wichtiger Lernfaktor dabei ist, dass man Ideen auch in sehr rascher Zeit umsetzen kann.

Dazu werden hochmotivierte und hochqualifizierte Studenten aus ganz Europa in das Münchner Innovation Lab geholt, um nicht nur den Konzern auch für junge Leute attraktiv zu machen, sondern vor allem sich auch kluge und kreative Köpfe von außerhalb zu holen und möglicherweise zu sichern. Vor allem im digitalen Umfeld kommt kein Unternehmen mehr um technische Spezialisten herum. Das Burda Bootcamp dient daher auch der Ausbildung neuer Fachkräfte, die auch im eigenen Konzern gesucht werden.
 
Burda Bootcamp Natalia Karbasova Corporate Innovation Safari
 
Mit dem eigenen Bootcamp Programm holt man sich Querdenker und neue Köpfe in das Unternehmen, die auch mit eigenen Ideen frischen Wind in die bisherigen Prozesse bzw. Produkte bringen – ein ausschlaggebender Punkt bei Innovationen. Wieso wirken Startups oft so viel innovativer als große Konzerne, wieso ist Corporate Innovation so schwierig? Das liegt oft an der iterativen Herangehensweise an „das Neue“. Das Dogma eines Konzerns selbst angreifen, die eigene Geschäftsidee in Frage stellen?

Innerhalb von Konzernen fehlt es oft an mutigen Denkern, an Leuten, die sich auch trauen, das Geschäftsmodell oder Produkte um 180° zu drehen, denn das eigene Flackschiff anzugreifen ist oft eine sehr heikle Entscheidung. Wie sieht es bei Startups bzw. innovativen jungen Leuten häufig aus? Diese haben oft sehr gute Ideen bzw. Konzepte und entwickeln erst einmal ihr Produkt, ohne von Unternehmenspolitik beeinflusst zu werden. Ideen durchlaufen hier meist nicht die zahlreichen Ebenen eines Innovations-Funnels, die oft dazu beitragen, das eine kreative Idee zu einem am Konzern angepassten Konstrukt passt. Es wird einfach ‚gemacht‘. Allerdings haben Startups bzw. kleine Unternehmen danach oft das Problem der Markteinführung bzw., sich auf dem Markt zu behaupten. Sie scheitern oft an der Implementierung bzw. Etablierung des Produkts.

Incubator- bzw. Acceleratorprogramme vereinen die Stärken der Konzerne mit den Stärken von Startups bzw. externen kreativen Köpfen. Innerhalb der Medienbranche geht Burda mit dem eigenen Programm daher einen richtigen Weg in Richtung erfolgreicher Corporate Innovation. Ideen der eigenen Marken werden von klugen und kreativen Studenten verschiedener Fachrichtungen weiterentwickelt, um am Ende einen Prototypen für ein zukünftiges Produkt zu haben. Die Bootcamp-Teilnehmer fungieren als Katalysator für Ideen von Burda eigenen Marken. Aber selbst bei einem so gut funktionierendem Acceleratorprogramm wie bei Burda gestalten sich disruptive Ideen oft sehr schwer, da die Innovationen der Tochtermarken auch zum Gesamtkonzept des ganzen Konzerns passen müssen.

Was jetzt noch fehlt ist vor allem die Etablierung dieses Prototypen bis hin zu einer marktfähigen Geschäftsidee bzw. einem marktfähigem Produkt. Entscheidend hierbei ist in erster Linie ein cultural Change. Wir haben die Plattform für die Innovation, wir haben durch die Expertise der Bootcamp Teilnehmer den fertigen Prototypen. Was nun noch fehlt ist die erfolgreiche Implementierung der Entwicklung in den Konzern und vor allem die anschließende Etablierung in den Markt. Spätestens hier kommen oft erfahrene Berater ins Spiel.

Externe Berater sind unabhängig, bringen wiederum frischen Wind in den Konzern und bilden das Salz in der Innovationssuppe. Erfahrene Berater bringen mit ihrer jahrelangen Erfahrung, vor allem auch aus unterschiedlichen Branchen, die nötige Struktur, um auch den Weg vom Prototypen bis zur Marktreife zu meistern. Dabei fungieren sie oft als Moderatoren und Steuermänner zwischen den verschiedenen Unternehmensbereichen, um vor allem die Kommunikation bzw. die Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens zu verbessern, als auch mit Erfahrungen und neuen Methoden.

Burda geht mit dem hauseigenem Corporate Innovation Programm auf jeden Fall den Weg in die richtige Richtung und sucht vor allem mit der Effizienz bzw. Geschwindigkeit des Programms innerhalb der Medienbranche wohl seines Gleichen. Allerdings bleibt nach dem Bootcamp offen, wie mit den Resultaten bzw. Prototypen weiter verfahren wird. Um auch die Markteinführung genauso effizient zu gestalten, muss auch der restliche Weg gemeistert werden. Und genau wie bei der Ausarbeitung der Ideen bis hin zu Prototypen, kann auch in diesem Abschnitt die Expertise externer Berater einen gewaltigen Mehrwert darstellen.
 

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Was ist das Burda Bootcamp und wie wird dort Corporate Innovation erlebt und gelebt? Erfahren Sie mehr zum Bootcamp Programm und der Leiterin des Burda Bootcamps Natalia Karbasova in unserem ersten Teil dieser Corporate Innovation Strecke über den Burda Konzern!
 
Wie durchlaufen Markenteilnehmer das Bootcamp?
 
Philipp Holz gibt uns Einblicke, was sauf einen studentischen Teilnehmer des Bootcamps für spannende Aufgaben warten“
 
Burda Bootcamp Corporate Innovation Safari

Das Burda Bootcamp ist ein zweimonatiges Programm von Hubert Burda Media, das sich an Studenten von IT (Back-End, Front-End, App-Entwicklung, Hardware, Data Science), Design und Business Administration richtet. Im digitalen Labor in München werden Prototypen und Produkte (Apps, Webprojekte, interne Tools) zusammen mit Burda-Marken wie Bunte, BurdaStyle, Focus oder Chip entwickelt – auch ganz neue Startup-Ideen werden ins Leben gerufen.

Dabei arbeiten die Teilnehmer in interdisziplinären Teams und teilen sich selbst je nach Projekt und vorhandenen Skillsets auf. Ergebnisse des letzten Bootcamps: 2 Projekte online, 3 Projekte ready-to-launch, 3 im Prototypen-Status (werden weiterentwickelt). Alle Teilnehmer bekommen Einblicke in die Burda-Welt, von Führungen bei Playboy, Chip-Testlabor, Focus Online und Huffington Post bis Kaminabenden mit den Vorständen. Am Ende der zwei Monate werden alle Projekte beim Demo Day vor Burda-Vorständen, Geschäftsführern und Chefredakteuren vorgestellt. Erfolgreiche Teilnehmer bekommen eine Möglichkeit bei Burda-Unternehmen wie Xing, Holiday Check, TV Spielfilm oder Cliqz einzusteigen.


Das Burda Bootcamp

About Author

Neben einem abgeschlossenem Bachelor-Studium der BWL mit Schwerpunkt Innovationsmanagement konnte Christoph Kornstädt bereits umfassende Praxiserfahrungen im Bereich Business Development Marketing, PR und Web-Development in mehreren Unternehmen im In- & Ausland sammeln. Dieses Know-how setzt er nun bei Safari ein und unterstützt die Teams im Bereich Business Model Innovation und Content Marketing. Sein Masterstudium in International Business Studies schloß er mit einer sehr erfolgreichen Masterarbeit über die Übertragung von agilem Management auf Organisationsstrukturen ab.