Freitag, Oktober 20

Wir waren in den letzten Wochen unterwegs und haben uns verschiedene Corporate Innovation Programme angeschaut und sind dabei auf das Burda Bootcamp der Hubert Burda Media gestoßen. Wir hatten das Glück und konnten einen exklusiven Einblick in das Programm von Burda gewinnen und dabei richtig starke Eindrücke eines jungen, dynamischen und professionellen Teams bekommen, das wir hier auf dem Innovationsblog in den nächsten Wochen vorstellen. Diese 360° Content Strecke zeigt aus allen Blickwinkeln auf, wie erfolgreich Corporate Innovation bei Burda gelebt und erarbeitet wird und wie Burda zum Vorbild der Medienbranche werden kann.
Der Fokus diese Woche liegt dabei bei der Betrachtung des Bootcamps aus Sicht von Markenteilnehmern, die das Corporate Innovation Programm durchlaufen.

 

Hallo Frau Weigt und Herr Rohr! Wer seid ihr und was macht ihr im Burda Bootcamp?

Christian Rohr: Ich fange mal an und gebe mal den größeren Rahmen. Wir sind im Burda Bootcamp, weil Burda im Rahmen einer Wachstumsstrategie einen Workshop einberufen hat, die sog. Innovation Days. Dabei ging es darum, dass Teams frei von Hierarchien frei an Innovationen arbeiten. Das Programm lief über zwei Tage und ich war in einem Team, das ein Funding gewonnen hat. Wir nutzen dann das Bootcamp, um Ideen, die daraus entstanden sind, zu realisieren. Möglichst schnell, effizient und pragmatisch.

 
Burda Bootcamp Corporate Innovation

Ihr seid dann also direkt aus diesen Innovation Days zum Burda Bootcamp gekommen?

Christian Rohr: Genau. Also Ziel der Übung ist es erst einmal, eine Idee bzw. ein Konzept zu entwickeln, das dann möglichst effizient in eine Testphase zu überführen und dafür wird das Bootcamp in unserem Fall genutzt.

 

Also erhofft ihr euch dadurch dann eine Implementierung eines Prototyps am Ende des Bootcamps?

Christian Rohr: Genau das ist Ziel der Übung, dass wir den Prototypen dann anschließend erproben können und wenn das Projekt klappt, wir dann die Prototypen weiterentwickeln können und durchaus noch über die eine oder die andere Marke im Konzern noch ausrollen.

 

 

Für wie wichtig haltet ihr es, Innovationen in Unternehmen zu realisieren?

Christian Rohr: Das ist relativ einfach zu beantworten. Innovationen sind alternativlos. Wenn ich keine Innovationen implementiere, wenn ich solche Sachen, wie wir sie jetzt angestoßen haben, nicht mache, dann fahre ich letztendlich gegen die Wand. Das ist keine Option.

 

Welche Rolle spielen Innovationen bei euch im Unternehmen? Stehen Innovationen bei euch im Hauptfokus oder dienen sie eher als eine Art Stabsstelle für die anderen Abteilungen?

Christian Rohr: Naja es ist nicht so, dass Innovationen bei uns im Hauptfokus stehen, da wir immer noch ein Medienhaus sind. Dabei müssen wir zu allererst das schaffen, was wir gerade bearbeiten, in welcher Form das auch immer sein mag. Aber jede Plattform weiß für sich, dass sie ohne Innovation nicht auf diese extremen Umbrüche, die im Mediengeschäft passieren, reagieren kann. Das heißt, entweder baut die Abteilung eigene kleine Teams auf, die innovativ aus der Plattform heraus arbeiten, oder wie es unserem Fall war, übergreifend über den Konzern gelöst. Das man aus verschiedenen Perspektiven, aus verschiedenen Know-Hows zusammenbringt, die vielleicht die eine oder andere Marke dann innovativ nach vorne bringt.

 

Was zeichnet für euch das Burda Bootcamp aus?

Annekathrin Weigt: Vielleicht kann ich da weitermachen, weil ich das ganze operativ begleitet habe. Für mich war es ganz klar die Schnelligkeit. Wir hatten erst eine Woche und dann eine zweite oben drauf, in der dann der Prototyp entstanden ist. Die Zusammenarbeit war auch sehr flexibel und eben auch sehr nah an uns dran. Wir konnten einfach mal eben vorbeischauen, Dinge besprechen und anpassen. In sofern sind es eben diese Punkte und auch die Kreativität, die das Bootcamp mit sich gebracht hat.

Burda Bootcamp Corporate Innovation

Wie habt ihr die Reise innerhalb des Bootcamps bisher erlebt, was waren eure Highlights bzw. eure Lowlights?
Annekathrin Weigt: Ich glaube das absolute Highlight war es, den fertigen Prototypen zu sehen und das Design, das uns alle begeistert hat und zudem auch die Learnings, die wir erzielen konnten. Wie ein Projekt von vorne bis hinten strukturiert werden kann, was wichtig ist, was man vielleicht gerne mal vergisst und was man am Ende eigentlich alles beachten muss, damit am Ende wirklich ein gutes Produkt dabei rauskommt.

Christian Rohr: Lowlights in dem Sinne gab es gar nicht, das muss man ganz ehrlich sagen. Vielleicht gibt es den einen oder anderen Punkt, dass man vielleicht schon früher noch intensiver sprechen muss, aber das ist alles cool gelaufen. Aus meiner Perspektive ist es spannend gewesen zu sehen, die Idee im Kopf zu haben, damit einen Wettbewerb zu gewinnen und dann die Evolution zu sehen, wenn andere Leute nochmal Feedback geben. Genau das ist passiert. Es war einfach eine Evolution, der Kern der ursprünglichen Idee war sicherlich noch da, aber links und rechts wurden neue Elemente angebaut.

 

Und wie wollt ihr nach Abschluss des Burda Bootcamps mit dem Prototypen weitermachen?

Idealerweise gibt uns der Test das Signal in die richtige Richtung, ein Signal, dass das Produkt angenommen wird. Dazu muss man sagen, dass das Produkt heute live geht! Wir erproben das jetzt über einen Monat und schauen uns anschließend das Feedback an. Wenn der Markt darin Potential sieht, dann ist natürlich die Zielsetzung das Projekt größer auszurollen und idealerweise Marken mit auf die Reise zu nehmen, die das Produkt dann über ihre Reichweite so groß machen können, dass wir dann auch eine kritische Masse haben und daraus auch ein Geschäftsmodell entwickeln können.

 

Was bedeutet das Burda Bootcamp für euch persönlich?

Christian Rohr: Also für mich war es eine extrem spannende Erfahrung zu sehen, wie viel man in kurzer Zeit bewegen kann und wie schnell man eine Idee, die erst mal nur in drei Zeilen Papier steht, in einen durchaus sehr guten Prototypen überführen kann, der es dann ermöglicht, das Produkt in einer simulierten Realität zu testen. Auf Papier sind die Ideen erst einmal nur virtuell, was wir aber brauchen ist „der Test der Wahrheit“, den wir durch das Bootcamp bekommen haben.

Annekathrin Weigt: Ich kann mich eigentlich nur anschließen. Für mich war die Erfahrung einfach zu sehen, wie schnell man so etwas umsetzen kann und wie schnell sich Dinge auch weiterentwickeln, wenn kluge Köpfe dransitzen und mitdenken und in sofern war es für mich auch einfach ein Highlight zu sehen, wie diese Zusammenarbeit funktioniert. Je besser man zusammenarbeitet, desto besser funktioniert das Produkt am Ende.

Vielen Dank an euch beide für das Interview !

Was ist das Burda Bootcamp und wie wird dort Corporate Innovation erlebt und gelebt? Erfahren Sie mehr zum Bootcamp Programm und der Leiterin des Burda Bootcamps Natalia Karbasova in unserem ersten Teil dieser Corporate Innovation Strecke über den Burda Konzern!

 


Das Burda Bootcamp

 
Das Burda Bootcamp ist ein zweimonatiges Programm von Hubert Burda Media, das sich an Studenten von IT (Back-End, Front-End, App-Entwicklung, Hardware, Data Science), Design und Business Administration richtet. Im digitalen Labor in München werden Prototypen und Produkte (Apps, Webprojekte, interne Tools) zusammen mit Burda-Marken wie Bunte, BurdaStyle, Focus oder Chip entwickelt – auch ganz neue Startup-Ideen werden ins Leben gerufen.

Dabei arbeiten die Teilnehmer in interdisziplinären Teams und teilen sich selbst je nach Projekt und vorhandenen Skillsets auf. Ergebnisse des letzten Bootcamps: 2 Projekte online, 3 Projekte ready-to-launch, 3 im Prototypen-Status (werden weiterentwickelt). Alle Teilnehmer bekommen Einblicke in die Burda-Welt, von Führungen bei Playboy, Chip-Testlabor, Focus Online und Huffington Post bis Kaminabenden mit den Vorständen. Am Ende der zwei Monate werden alle Projekte beim Demo Day vor Burda-Vorständen, Geschäftsführern und Chefredakteuren vorgestellt. Erfolgreiche Teilnehmer bekommen eine Möglichkeit bei Burda-Unternehmen wie Xing, Holiday Check, TV Spielfilm oder Cliqz einzusteigen.

About Author

Neben einem abgeschlossenem Bachelor-Studium der BWL mit Schwerpunkt Innovationsmanagement konnte Christoph Kornstädt bereits umfassende Praxiserfahrungen im Bereich Business Development Marketing, PR und Web-Development in mehreren Unternehmen im In- & Ausland sammeln. Dieses Know-how setzt er nun bei Safari ein und unterstützt die Teams im Bereich Business Model Innovation und Content Marketing. Sein Masterstudium in International Business Studies schloß er mit einer sehr erfolgreichen Masterarbeit über die Übertragung von agilem Management auf Organisationsstrukturen ab.