Montag, Dezember 18

Mit der Dmexco in Köln lag das Epizentrum der digitalen Welt letzte Woche in Köln – besser gesagt auf der Dmexco 2017 (Digital Marketing Exposition & Conferences). Bereits zum neunten Mal versammelten sich die Visionäre, Medien-Profis, digitalen Marketeers und Vorreiter des digitalen Marketings in Köln, um über Trends, Technologien und Neuheiten aus Marketing, Kommunikation und Medien zu diskutieren. Auch wir waren dieses Jahr mit dabei und wollen euch heute ein paar interessante Tools vorstellen, die wir ausfindig machen konnten.

Die Dmexco brüstet sich immer mehr damit, das komplette Ökosystem der digitalen Welt mit den wichtigsten Influencern und Akteuren der ganzen Welt an einem Ort zu vereinen. Das zeigt sich vor allem auch hinsichtlich der Ausstellerzahl, die dieses Jahr laut Veranstalter bei über 1.000 lag. Und genau dieses Bild hat man auch, wenn man sich durch die vollen Messehallen hangelt – ein Aussteller neben dem anderen, stark dominierend von den Riesen-Plattformen der Internet-Giganten wie Facebook, Google, Microsoft oder Youtube. Nichtsdestotrotz konnte man zwischen den Ständen der (Very) Big-Player auch kleinere Unternehmen ausfindig machen, die interessante und zum Teil sehr innovative Lösungen geschaffen haben – eine Auswahl davon wollen wir euch hier vorstellen.

 

Welches Problem will Captify lösen?

Marketing-Agenturen und deren Kunden suchen immer weiter nach neuen Marketingmethoden, die effizient, zielgruppengerichtet und skalierbar sind. Dabei spielen Keywords einen entscheidenden Beitrag, da sie ein sehr guter Anhaltspunkt zum Kaufvorhaben sind. Captify’s Technologie baut dabei direkt darauf auf, die richtige Werbeanzeige an den richtigen Nutzer zum exakt richtigen Zeitpunkt zu platzieren.

Um das Geschäftsmodell von Captify zu verstehen muss man zwischen „Search Retargeting“ und „Site Retargeting“ unterscheiden. Während „Site Retargeting“ dem User Werbebanner von Seiten oder Produkten zeigt, auf denen sie bereits waren, spezialisiert sich Captify mit „Search Retargeting“ darauf, dem User Banner zu präsentieren, die auf deren bisherigen Suchverlauf basieren. In diesem Sinne also intelligente Banner, die potentielle Kunden generieren sollen. Vor allem Größen wie Amazon, Microsoft, H&M, GoPro etc. zählen zu den Kunden des britischen Startups.

Mir wurde das Geschäftsmodell am Beispiel von Automobilkonzernen erklärt: Wenn eine Person sich z.B. für einen 3er BMW interessiert und über diesen recherchiert, generiert Captify ein Profil der Interessen und schneidet Angebote von Partnern auf den Kunden zu. In diesem Beispiel wurden dem Kunden zielgerichtete Werbeanzeigen von einem Audi A3 oder einem VW Passat angezeigt, die aus der bisherigen Präferenz-Historie generiert wurden. Auch innerhalb der eigenen Marke werden diese Daten verwertet – so werden zum Beispiel Playsation Nutzern neue Inhalte der Videospiele-Plattform angezeigt. Ein interessanter Schritt auf dem Weg zum Custom-Advertising.

 

Welches Problem will Sevenval lösen?

Sevenval hat es sich zum Ziel gesetzt einen elementaren Bestandteil der User-Experience durch die integrierte Lösung „wao.io“ zu beheben: Der Performance-Aspekt Ladezeit, ein Punkt der bei vielen Webseiten oft nicht beachtet wird und bei bereits bestehenden Webseiten mit zunehmender Größe exponentiell schwieriger wird. Eine nachgehende Optimierung der Ladezeiten ist meist sehr zeitaufwendig und kostenintensiv, auch wenn das Resultat die User-Experience stark verbessern könnte.

Schnellere Ladezeiten beeinflussen gleich mehrere KPIs im Positiven: Absprungraten werden gesenkt, User-Experience verbessert, Google Rankings gestärkt und die Conversion-Rate gesteigert, was letztlich auch den Umsatz positiv beeinflusst. Zudem gibt wao.io auch einen aussagekräftigen Bericht über den Qualitätszustand der Webseite, um alle Kennzahlen im Überblick zu haben. Das Optimierungs-Angebot „wao.io“ ist dabei sogar bis 100.000 Seitenaufrufen pro Monat kostenlos.

Aus unserer Sicht ein durchaus brauchbares Tool für viele Webseiten, da nicht nur die Ladezeit verbessert wird, sondern auch andere kritische Punkte der Seite aufgezeigt werden. Vor allem im Bereich des E-Commerce ist bei vielen Playern zu diesem Thema noch einiges an Nachholbedarf!

 

Wir konnten Clinch bei einem der Pitches auf der Dmexco entdecken und fanden die Idee dahinter ziemlich spannend!

Welches Problem will Clinch lösen?

Clinch hat es sich zur Aufgabe gemacht „Targeted Video Marketing“ auf das nächste Level zu bringen. Dabei schneidet die Technologie hinter Clinch Werbefilme spezifisch auf den Kunden zu. Vor allem für Plattformen wie Facebook ist diese Technologie sehr interessant – wohl einer der Gründe, wieso Facebook auch sehr stark an der Förderung dieses Startups arbeitet. Clinch schneidet auf der Grundlage von User-Daten auf die Breite ausgerichtete Werbefilme zu kurzen, maßgeschneiderten Sequenzen, um gezielt die Präferenzen des potentiellen Kundens zu adressieren.

Anhand eines allgemeinen Werbespots von P&G oder eines Automobilherstellers wurde eindrucksvoll gezeigt, wie die Technologie hinter dem SaaS Startup den Werbefilm zu einem 5-10 sekundenlangen Video zusammenschneidet, das gezielt die Interessen anspricht und für Plattformen wie Facebook optimiert ist. Zudem können noch weitere Angebote oder Services wie Coupon auf die Anzeige aufgeschaltet werden. Mit diesen personalisierten In-Banner Videos und den Real-Time Analytics geht Clinch einen Schritt in Richtung derzeitigen Trends, wohingegen man mit kurzen Video-Schaltungen die visuellen Stimuli anregen will.

Aber obwohl sich dieses Geschäftsmodell sehr vielversprechend anhört und wahrscheinlich auch auf sehr viel positiver Resonanz von Kunden kommen wird, muss man einen Punkt in Frage stellen: Die Video-Sequenz (Werbefilm) muss dementsprechend so generisch sein, dass man daraus jegliche Zielgruppe ansprechen kann, damit sich die Software für jedes Kundensegment die jeweiligen Sequenzen zuschneiden kann. Dieser Film muss dementsprechend sehr umfangreich sein, was natürlich auch kostenintensiv und generisch ist – Dabei muss man immer im Auge behalten, ob diese Art der Werbefilm-Produktion dann noch rentabler ist als gezielte Werbefilme für verschiedene Zielgruppen.

Es bleibt spannend, wie sich die digitale Welt in den nächsten Monaten und Jahren verändern wird und wo neue Trends gesetzt werden. Der-Innovationsblog bleibt natürlich weiterhin an innovativen Trends dran und wird weiter darüber berichten!

About Author

Neben einem abgeschlossenem Bachelor-Studium der BWL mit Schwerpunkt Innovationsmanagement konnte Christoph Kornstädt bereits umfassende Praxiserfahrungen im Bereich Business Development Marketing, PR und Web-Development in mehreren Unternehmen im In- & Ausland sammeln. Dieses Know-how setzt er nun bei Safari ein und unterstützt die Teams im Bereich Business Model Innovation und Content Marketing. Sein Masterstudium in International Business Studies schloß er mit einer sehr erfolgreichen Masterarbeit über die Übertragung von agilem Management auf Organisationsstrukturen ab.

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