7 Problemfelder in der Innovationspraxis – Ergebnisse der Safari Innovationsstudie

Warum sind deutsche Unternehmen so un-innovativ? Und: Wie steht es um die Effizienz und Hürden in der Innovationspraxis? Gemäß der aktuellen Safari Innovationsstudie scheitert ein Großteil der Innovationsprojekte bereits in der Entwicklungsphase. Als Hürden bei Innovationsprojekten konnte die Studie die folgenden 7 Problemfelder der Innovationspraxis identifizieren…

 

In einem „typischen Innovationsprojekt“ arbeiten 6-10 Mitarbeiter (33,3%*), es läuft länger als zwei Jahre (32,6%*) und hat ein Budget im Rahmen von einer bis zehn Millionen Euro zur Verfügung (44%*). Auf den ersten Blick scheinen dies keine schlechten Voraussetzungen zu sein, um am Ende eines solchen Projektes tatsächlich ein innovatives Produkt hervorzubringen. Doch der Schein trügt. Denn trotz der hohen Relevanz von Innovationsprojekten zur Bewahrung des eigenen Wettbewerbsvorteils und dem Ausbau der Marktposition, konnten anhand von 50 qualitativen Interviews die folgenden 7 Problemfelder in deutschen Unternehmen identifiziert werden. Diese können sich letztlich negativ auf die Entwicklung eines Unternehmens auswirken, sind eng miteinander verzahnt und verstärken sich zum Teil gegenseitig.

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1) Black-Box: Kunde

Ein erstes wichtiges Problemfeld ist die „Black-Box: Kunde“. Damit sind Projekte gemeint, die Produkte am Kunden vorbei entwickeln. Entsprechend haben sich die Projektteilnehmer in diesen Fällen nicht ausgiebig mit den Bedürfnissen und Anforderungen ihrer Kunden auseinander gesetzt. Darüber hinaus hat es ebenfalls einen negativen Einfluss auf das Projekt, wenn der Kundenbedarf vor der Ideenumsetzung nicht ermittelt wurde. Konträr hierzu zeigt die Studie jedoch, dass Ideen mit Kunden durchaus besprochen und verprobt werden. Die Ergebnisse der Gespräche oder Tests indes haben allerdings nur einen moderaten Einfluss darauf, ob und inwiefern die Idee weiter verfolgt wird.

 

2) Vertraulichkeit und Patentschutz

Ein häufig genannter Grund, warum Unternehmen Innovationsprojekte ohne Einbezug der Kunden durchführen, ist die einzuhaltende Vertraulichkeit und der Patentschutz. Die Angst, dass die Vertraulichkeit verletzt wird und Informationen in falsche Hände geraten hat zur Folge, dass Innovationsprojekte nicht kundenzentriert durchgeführt werden. Im Ergebnis kann dies aber bedeuten, dass Produkte und Services entwickelt wurden, die weder die Bedürfnisse noch die Anforderungen der Nutzer treffen.

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3) Das Management

In der Ideenphase ist der Management Belief der primäre Einflussfaktor für die Ideenumsetzung. Negativ ist dies jedoch, wenn das Management an Ideen festhält, bei denen sich frühzeitig ein Scheitern abzeichnet, weil zum Beispiel kein Bedarf vorhanden ist. Eine weitere durch das Management getriebene Hürde kann andererseits der fehlende Unterstützungswille für eine Idee sein. Gründe für die geringe Unterstützung kann ein Tunnelblick auf das Bestandsgeschäft sein oder die Angst, bestehende Produkte anzugreifen.

 

4) Die Unternehmenskultur

Im Bereich der Unternehmenskultur zeigt sich eine Vielzahl unterschiedlichster Probleme. Diese umfasst zum einen innerbetriebliche Aspekte wie eine zu geringe Kommunikation oder die fehlende Unterstützung durch andere Abteilungen – was häufig auch als „Silo-Denken“ bekannt ist. Neben diesen können auch unterschwellige, intrapersonale Aspekte der Mitarbeiter Innovationsprojekte negativ beeinflussen. Das wohl berühmteste Beispiel ist die Angst der Mitarbeiter, Fehler zu machen. Immer wieder zeigt sich jedoch, dass nur durch Fehler Veränderungen und Verbesserungen angetrieben werden. Folge der Null-Fehler-Kultur ist, neben einer Risikoaversion, die Verhaftung in vorhandenen Strukturen und die Behinderung von Änderungen und Innovationen.

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5) Die Unternehmensstruktur

Häufig führen Formalitäten und Prozesse zu einer Verlangsamung der Projektumsetzung. Ein verlängertes Time-to-Market ist die Folge. Neben diesem können komplexe Anforderungen an die Technik oder Probleme mit externen Dienstleistern zu Verzögerungen beitragen. Weitere Punkte im Problemfeld der Unternehmensstruktur, die sich negativ auf Innovationsprojekte auswirken, sind der allgemeine Kostendruck und der fehlende Raum für Innovationsprojekte. Dieser äußert sich zum einen in der Bereitstellung zu geringer Ressourcen für das Projekt oder darin, dass den Mitarbeitern zu wenig Zeit für die Innovationsprojekte neben dem Bestandsgeschäft zur Verfügung gestellt wird.

 

6) Die Projekt-Aufsetzung

Der am einfachsten zu vermeidende Fehler bei der Durchführung von Innovationsprojekten ist eine klar strukturierte und umfassende Aufsetzung des Projektes von Beginn an.
zu Anfang. Dies beinhaltet eine eindeutige Rollenverteilung inklusive der Zuweisung von Verantwortlichkeiten sowie einer Ziel- bzw. Scope-Definition. Unter anderem kann es auch hilfreich sein zu definieren, was nicht im Scope enthalten ist.

 

7) Defizite im Bereich Innovationsprozesse und Methoden

In der Safari Innovationsstudie zeigt sich, dass in vielen Unternehmen noch mit klassischen Methoden gearbeitet wird. Als Folge dieses Vorgehens war zu beobachten, dass die Anforderungen seitens des Fachbereichs oder des Managements nicht erfüllt wurden und die Entwicklung nur langsam auf sich verändernde Umweltbedingungen reagieren konnte. Eine negative Auswirkung auf die Entwicklungszeit war die Folge. Darüber hinaus passten etablierte Prozesse und Tools selten in den Innovationskontext, so dass der komplette Neuaufbau von Innovationsprozessen nötig wurde.

Erfolgsplan - Karriereleiter

Doch was sind die Erfolgstreiber von Innovationsprojekten?

Ausgehend von den identifizierten Problemfelder, die erste Verbesserungsansätze liefern, stellt sich die Frage: Was macht Unternehmen nun innovativ?

Aufschluss darüber gibt Ihnen die Safari Innovationsstudie. Über ein Jahr lang wurden mittels eines Mixed Methods-Ansatzes Innovationsprojekte deutscher Unternehmen untersucht.

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Das Ergebnis ist eine umfassende Analyse des Status Quo sowie der Ideen- als auch der Umsetzungsphase. Laden Sie sich die Safari Innovationsstudie herunter und lernen Sie neben aktuellen und zukünftigen Hürden und Hindernissen die Erfolgstreiber von Innovationsprojekten kennen. Optimieren Sie Ihre eigenen Projekte durch die abgeleiteten Handlungsempfehlungen sowie die beigefügte Checkliste für Innovationsprojekte.

* Bezieht sich auf den Anteil der Befragten der Safari Innovationsstudie.

Quellenangabe Fotos: trueffelpix / fotolia.com

Katharina Hedderich

Wissen, was Konsumenten wollen: Katharina Hedderich zeichnet sich durch eine umfassende Expertise auf den Gebieten Consumer Insights und Produktentwicklung aus. Mit fundierten Kenntnissen in den Bereichen Marketing sowie Projekt- und Produktmanagement arbeitet sich die studierte Soziologin und Betriebswirtin mit Masterabschluss schnell und flexibel in unterschiedlichste Themengebiete ein. Bei Safari unterstützt sie Unternehmen die Bedürfnisse ihrer Kunden zu identifizieren um Produkte und Services zu kreieren, die einen wahren Mehrwert schaffen.