10 Bereiche in denen wir heute schon innovative künstliche Intelligenz finden

Computerprogramme waren bisher dafür bekannt, allenfalls genau so intelligent wie ihre Programmierer zu sein und in genau diesem vorgegebenen starren Rahmen vorgegebene Handlungen vorzunehmen. Doch genau das scheint jetzt langsam eine alte Vorstellung zu werden, betrachtet man die jüngsten Entwicklungen in der Forschung für künstliche Intelligenz. Was können wir also erwarten, worauf sollten wir achten, was können wir uns davon versprechen? Wir zeigen 10 spannende Bereiche in denen heute schon innovative künstliche Intelligenz zu finden ist…

 

Wie und was letztlich passieren wird, kann man natürlich nur sehr schwer vorhersagen. Betrachtet man das, was vor 15 Jahren für das Jahr 2015 vorhergesagt wurde, verschwindet jedem natürlich das Schmunzeln nicht aus dem Gesicht – nicht nur weil es allenfalls nochmals 15 Jahre dauern wird, bis sich diese Dinge überhaupt verwirklichen lassen, sondern schlicht weil auch sehr viele Hoffnungen, Visionen und Ängste mit diesem Thema verbunden sind.

 

Früher galt das Schachspiel als ‘Heiliger Gral’ der Intelligenz. Würde eine Maschine dieses Spiel meistern, so hieß es, wäre das Denken verstanden und könnten uns Maschinen auch auf andere Intelligente Weise unterstützen. Doch das ist leider weit gefehlt. Sie können uns zwar wie unten zu sehen selbst in Quizsendungen weit übertrumpfen und jedes Handy kann uns im Schach besiegen. Dennoch scheint wirkliches intelligentes Handeln weit komplexer zu sein, als es diese vergleichsweise einfachen Aufgaben vermuten lassen.

 

 

Intelligente Wesen schaffen intelligente Wesen

Tatsächlich ist der Bereich der Künstlichen Intelligenzforschung sehr oft Gegenstand dramatischer Filmszenarien, in denen die Menschheit kurz vor dem Abgrund steht und gerade so noch davon kommt, Charaktere sich fragen müssen, wann Menschlichkeit entsteht und was uns noch von den Maschinen unterscheidet, wenn sie letztlich irgendwann genauso oder noch besser denken können als wir. Kann eine Maschine, die uns in jeder Hinsicht überlegen ist, mittels eines einprogrammierten Grundsatzes, keinem Menschen zu schaden, dienen?

 

Wird es irgendwann dazu übergehen uns vor uns selber zu schützen? Oder dies gar dadurch erreichen, dass es verhindert, dass Menschen je geboren werden, damit wir uns nicht untereinander und erst recht keine Maschine einem Menschen Leiden zufügen kann? Wir müssen uns für die Zukunft auch vor die Frage gestellt wissen, wann wir einem intelligenten Wesen eigene Rechte zugestehen müssen. Die Meinungen darüber gehen natürlich weit auseinander.

 

Nicht erst seit einigen bekannten Filmen wissen wir, dass KI richtig genutzt nicht nur richtig ‘cool’ ist, sondern auch einen gewaltigen Nutzen für Mensch und Unternehmen haben kann. So scheint der Computer Javis aus der bekannten Science-Fiction Kinoserie Ironman mit seinem Besitzer Tony Stark so etwas wie eine menschliche Beziehung aufgebaut zu haben und sich so gut aufeinander eingestellt haben, dass sie sich – im Film – hervorragend ergänzen. Es kommt nicht von ungefähr, dass sich Entwickler nun an die Aufgabe gesetzt haben, einen solchen ‘Javis’ zu entwickeln.

 

 

Was gibt es also schon heute und was wird es in naher Zukunft geben?

 

 

Der berühmte intelligente Kühlschrank: Künstliche Intelligenz im Alltag – schon heute und morgen

Wie man sich vielleicht denken kann, hilft uns künstliche Intelligenz schon heute in vielerlei Bereichen. Suchmaschinen etwa helfen uns tagtäglich bei der Suche nach den in den Tiefen des Internets verborgenen Informationen. Intelligente Navigations- und Sicherheitssysteme unterstützen uns beim Autofahren.

 

Es ist wohl wahr, dass sich die meisten derzeit vorhandenen intelligenten Programme auf die Tätigkeit mit Computern beschränken. Gleichzeitig kann man aber auch feststellen, dass die elektronische Unterstützung immer weiter zunimmt. Schon heute kann man in vielen Fertigungsrobotern und Steuerungsprogrammen KI beobachten und feststellen, dass sie gut funktioniert. Wo also kann man sie noch erwarten?

 

Intelligentes Datenmanagement

In Unternehmen werden heutzutage sehr viele Informationen erfasst. Diese Massen fehlerfrei in Kategorien und Unterkategorien zu ordnen und dann die komplexen Zusammenhänge herauszustellen ist ein Bereich der heutigen KI Forschung. Sie ist besonders wichtig um dann anschließende Optimierungen und weitere Handlungen zu planen.

 

Intelligente Roboter

Die wohlbekannte Vorstellung eines menschenähnlichen Roboters, der ausgestattet mit intelligenten Systemen, Sensoren und Steuerungen den Menschen in seinem Alltag unterstützen kann. Doch auch in nicht-menschlicher Form könnten solche Roboter verschiedenste Aufgaben in Medizin, Industrie und Forschung übernehmen. Sie könnten beispielsweise in Bereichen arbeiten, die für den Menschen gesundheitsschädigend sind oder in denen extreme Präzision erforderlich ist, wie in einigen Bereichen der Medizin oder Technik.

 

Intelligentes Haus

Ein intelligenter Kühlschrank sollte – der Vorstellung nach – in das System eines intelligenten Hauses eingebunden werden. Ein solches würde natürlich je nach Anforderungen Energie sparen, dem Umweltschutz Genüge tun und natürlich auch den Komfortwert steigern. Rauchmelder erhöhen die Sicherheit, genutzte Wohnbereiche werden beleuchtet und passen sich den jeweiligen Tageszeiten an. Der Mensch wird umfassend unterstützt, beispielsweise auch durch den selbst managenden Kühlschrank.

 

Intelligente Autos

Änderungen beim wichtigsten und weit verbreitesten Fortbewegungsmittel – dem Auto – bleiben natürlich nicht aus. Die schon heute vollautomatischen Einparkhilfen, Spurassistenten, Lichtsteuerungssysteme, etc. sind da nur der Anfang. Vorstellbar sind Systeme, die in ferner Zukunft Ampeln an Kreuzungen überflüssig machen, indem sie die Steuerung des Autos übernehmen und die Geschwindigkeit so anpassen, dass alle Autos – gleichzeitig – die Kreuzung ohne anzuhalten passieren können, oder Systeme, die die Geschwindigkeit und Spur jedes einzelnen Autos auf der Autobahn in Stausituationen anpassen, um diesen so schnell wie möglich aufzulösen.

 

Intelligente Messtechnik

Bei der Erkennung von Flächen findet KI schon heute seine Anwendung, wobei die Entwicklung  den Höhepunkt noch lange nicht erreicht hat. Das 3D Scanning ist dabei nur ein Teilgebiet. Kameras, die Gesichter, Schilder oder ähnliches präzise erkennen können oder Sensoren, die den Benutzer je nach Lage mit den passenden Informationen versorgen, sind weitere Beispiele.

 

Intelligente Lagertechnik

Zukünftig wird auch hier alles automatisch ablaufen und das Material auf Knopfdruck bzw. Mausklick verfügbar gemacht werden. Pünktlichkeit und Effizienz werden dadurch garantiert, das Roboter die Waren effizient einlagern, so dass diese dann auch effizient wieder von ihnen entnommen werden kann. Computer verwalten heute schon bei Amazon oder anderen Internet-Kaufhäusern die Lager und haben ein eher chaotisches Lagersystem etabliert, damit die menschlichen ‘Picker’, die Mitarbeiter, die die Gegenstände aus dem Lager holen und zusammenstellen, sich nicht vergreifen, weil zwei ähnliche Gegenstände nebeneinander liegen.

 

Lernfähige Software

Lernfähige Software kann in vielen Bereichen eingesetzt werden. Unter Umständen ist sie dann auch in der Lage, ihren eigenen Quellcode so zu verändern, dass dieser auf die Anforderungen besser passt, ohne dass ein Mensch eingreifen muss. Sie ist natürlich auch auf große Datenmengen anwendbar. Erst kürzlich hat Google beispielsweise ein solches Programm auf zehntausende YouTube Videos losgelassen und anschließend festgestellt, dass es mit einer gewissen Sicherheit Katzen und Menschen erkennen konnte, ohne dass man ihm etwas über Katzen und Menschen beigebracht hatte. Weitere Anwendungsbereiche sind die natürliche Sprache, digitale Bilder oder Texte zum Beispiel juristischen Inhalts.

 

Wird es also bald Androiden geben?

Diese Aussicht ist natürlich verlockend. Man könnte seinem künstlichen Roboterdiener sagen, dass er die Kinder abholen, mit ihnen die Hausaufgaben machen, anschließend den Hund Gassi führen und am Abend noch was Leckeres kochen soll. Heutzutage übernimmt man diese Aufgaben immer noch am liebsten selbst, doch die sogenannte ‘harte’ künstliche Intelligenzforschung versucht aus den bisher starren Rahmenbedingungen von Computern und Robotern als Werkzeugen auszubrechen und die Flexibilität eines Menschen zu reproduzieren und dann kognitive Leistungen zu ermöglichen.

 

Bisher scheitern alle Bemühungen an den derzeitigen Konstruktionsbedingungen. Die einzelnen Bauteile sind vorerst noch zu schwer, um sie in einen sich frei bewegenden Roboter einzubauen. Dennoch hat die Firma ‚Festo Bionic‘ erste Versuche unternommen, autonome intelligente Systeme umzusetzen und fliegende Pinguine hergestellt. Sie können sich frei in einem Raum bewegen, ohne dabei anzustoßen.

 

 

Wie beispielsweises auch das selbstfahrendes Auto sind dies sogenannte Expertensysteme, die in festgelegten Rahmenbedingungen Regeln befolgen und auf Grundlage von Messungen in dieser Umgebung Entscheidungen treffen, also mit ihrer Umwelt ständig interagieren.

 

Sie entsprechen nicht ganz unseren Vorstellungen, wenn wir zum Beispiel an den aus ‘Star Wars’ bekannten Androiden (oder im Film auch ‘Roboter-Mensch-Kontaker’) C3PO denken, da sie starr den Regeln folgen und keine menschliche Flexibilität besitzen. Sie besitzen zusätzlich zu ständigen Interaktionschleife mit der Umwelt ein neuronales System, dass vorhandene Programme umschreiben kann und es so ermöglicht selbstständig zu lernen, um dann in einem finalen Schritt so etwas wie eine Persönlichkeit zu entwickeln.

 

Bevor diese ‘embodied’ Intelligenz – die Intelligenz in einem Körper – in Form eines menschenähnlichen Roboters keine Zukunftsmusik mehr ist und uns wirklich gegenüber steht wird uns jedoch viel mehr und häufiger die sogenannte embedded – die eingebettete Intelligenz – in Form von Handyfunktionen und eben auch ‘intelligenten’ Kühlschränken im kleinen Maßstab gegenübertreten. Bis dahin dürften intelligente Roboter für uns eher so etwas wie Haustiere sein, weil sie mit ihren Möglichkeiten weit hinter den unseren liegen.

Doch: Können wir von Glück reden, wenn Roboter UNS in ferner Zukunft noch als Haustiere halten?

 

Die Gefahren von intelligenten Maschinen

Erst kürzlich haben viel bekannte Wissenschaftler, unter ihnen auch Steven Hawking, Skype Mitgründer Jaan Tallinn oder Unternehmergenie Elon Musk und weitere bekannte Mitglieder der Forschergemeinde darauf hingewiesen, dass durchaus eine Gefahr besteht, dass die größte Bedrohung für die Menschheit nicht die Atombombe, sondern die unkontrollierte Entwicklung künstlicher Intelligenz sei.

 

Dennoch wird trotz dieser Warnung in diesem Brief ein konstruktiver Ansatz bekräftigt und die Forschung in allen Bereichen wie Philosophie, Psychologie, Wirtschaft usw. ermutigt. Intelligente Maschinen sollen auch sicher sein, so die Forderung, da die Gefahr einer zukünftigen Unterwerfung der biologischen Menschen durch überlegene und intelligentere Maschinen gegeben, zumindest aber denkbar ist.

 

Doch auch die andere Seite ist ein kleines Dilemma. Ab wann sollten und müssten wir anfangen den intelligenten Programmen und Robotern Menschen- und Bürgerrechte zuzugestehen? Wann wird eine Intelligenz schützenswert und darf nicht einfach abgeschaltet werden? Der sogenannte Turing Test, der eben diese Grenze ziehen soll, wurde von einer simulierten Persönlichkeit mit den Charakterzügen eines 12 jährigen ukrainischen Jungen, Eugene Goostman, bestanden. Die Jury war anschließend überzeugt, dass der Junge tatsächlich ein Mensch sei.

 

Nachträgliche Zweifel machen das Problem aber nicht weniger bedeutsam: Wo ziehen wir die Grenze? Und was machen wir, wenn diese Grenzen von Robotern oder einer Intelligenz im Internet – und damit die ganze Welt umspannend – überschritten werden? Gesetzliche und ethische Grenzen müssen entwickelt werden, um zu verhindern, dass wie in den meisten Science-Fiction Movies ein mächtiges Unternehmen, ein verbrecherischer Staat oder gar eine Einzelperson die ganze Menschheit ins Verderben stürzt.

 

Bis die technische Entwicklung jedoch so weit ist befeuern Filme wie der kommende ‘Ex Machina’ unsere Neugierde und Fantasie. Glücklicher Weise geht zurzeit keine Gefahr vom eigenen Kühlschrank oder vom eigenen Tablet aus. Aber wer weiß, vielleicht sind wir schneller dort angelangt, als es unsere ‘natürliche Dummheit’ uns je erahnen ließ.

Andreas Pihan

Andreas Pihan hat langjährige Erfahrungen in den Bereichen Asset Management, Privatbanken und in der Verlagsbranche. Ganz besonders interessiert er sich für den Aufbau, die Validierung und die Realisierung von neuen digitalen Geschäftsmodellen sowie für neuartige Content-Marketing-Strategien. Zudem gibt er Produkt-Positionierungs-Trainings und ist Autor von verschiedensten Publikationen zu Themen wie z.B. iBeacon, IoT und User Stories. Seit Oktober 2014 verantwortet er bei Safari den Bereich Business Modeling.